Wir sind nicht…

Egal was war, ist, kommen wird, sein wird. Wir sind niemals unsere Depression. Niemals unsere Aggression. Wir sind vielleicht gerade etwas oder etwas viel davon. Vielleicht auch schon eine sehr lange Zeit. Aber wir sind niemals das reine Negative. Wir tragen es in uns. Immer. Und es ist auch gut, es manchmal einfach sein zu können.
Aber Systeme lassen sich ändern,wenn wir es wirklich wollen und zulassen. Uns Zeit geben. Wenn wir bereit sind zu akzeptieren, was geschehen ist. Ohne Reue, Schuld und Vorwürfe.

[12.1.2018]

Posted by Journey

Kategorie: Allgemein

«      |      »

4 Kommentare        

…natürlich kann man es sich selbst sehr einfach machen, indem man die Schuld sich selbst oder anderen an irgendetwas gibt…aber ob das wirklich gut ist?

Das stimmt schon. Aber es gibt auch Menschen die sich mit sehr schlimmen Taten in die Geschichte eingebrannt haben. Beispiele spare ich mir, da gibt es viele… In diesem Rahmen macht es schon Sinn von Schuld zu sprechen. In der Bewältigung unserer Alltagsprobleme ist es sicher nicht immer konstruktiv, die Schuld mit ins Spiel zu bringen und unter Umständen auch bei anderen zu suchen.

„Entfernen wir uns dadurch nicht eher voneinander?“. Das Entfernen voneinander bedeutet auch sich von Jemand zu distanzieren und das kann in manchen Fällen vielleicht Sinn machen, z. B. bei Menschen die uns nicht gut tun.

Es kommt eben immer auf den Bezugsrahmen (Situation, Ereignis, Mensch usw.) an, in dem wir Gut und Böse, Schuld oder Unschuld… mit in unsere Betrachtungen/Bewertungen bringen.

„Sei vorsichtig damit, wie Du die Welt interpretierst. Sie ist dann genau so.“
Erich Heller

Herzliche Grüße
Siegfried

Ja, da gebe ich dir recht mit der Schuld und den wirklich schlimmen Beispielen der Geschichte…(die sich hoffentlich nicht wiederholen, egal in welcher Form…)
An diese Ebene habe ich ehrlich gesagt gar nicht gedacht und es daher auch nicht darauf bezogen, sondern eher auf den Alltag.

Und ja, auch das Entfernen kann manchmal gut tun…es kommt immer darauf an, um wen es sich handelt. Wenn es um Menschen geht, die wir lieben, worunter ich Partner und Freunde zähle, kann das problematisch werden, wenn wir den Schuldgedanken mit reinbringen und zudem noch nicht richtig miteinander kommunizieren. Wenn es sich eher um Bekannte handelt oder um Menschen, die einem wie du schreibst nicht (mehr) gut tun, ist es wohl auch ganz gut, wenn man sich entfernt…
Also wie du schon richtig schreibst: Es kommt immer auf den Bezugsrahmen an!

Ein wirklich sehr schönes und wahres Zitat übrigens!
Danke dir dafür! : )

Herzliche Grüße
Lui

Ja wir sind nicht nur das „Eine“, wir sind nicht nur das „Eine“ oder das „Andere“, wir sind nicht nur schwarz-weiß, wir sind voller Farben. Je nach Situationen und Ereignisse in unterschiedlicher Ausprägung.

Was ist Gut und Böse, Schuld… Das sind Kategorien die sich der Mensch selbst gemacht hat. Als reale Objekte kommen sie in der Natur nicht vor. Man könnte diese Begriffe auch als Teil eines Konzeptes sehen, die das Zusammenleben der Menschen regeln sollen. Sie sind immer eine Bewertung einer Beobachtung, sie wechseln ihre Bedeutung mit ihrem Bezugsrahmen, mit der Perspektive, in dem die Beobachtung stattfindet.

Obwohl sie keine allgemeine Gültigkeit haben, sind sie dennoch wichtig für das Zusammenleben der Menschen. Stolpern tut der Mensch oft dann, wenn er glaubt, dass sich Gegensätzlichkeit ausschließt. Wer böse ist kann nicht gut sein, wer gut ist kann nicht böse sein… Dieses Denken schließt die Räume für Toleranz, um z.B. Menschen Chancen zu geben, sich zu ändern…

Herzliche Grüße
Siegfried

Ja, das mit dem Stolpern stimmt wirklich…aber ist vielleicht auch gar nicht so schlecht. Denn der Mensch neigt leider zu einer absoluten Kategorisierung, eben oft auch ganz simpel in gut und böse. Doch es steckt so viel mehr hinter der Fassade eines Menschen…es gibt kein reines Gut und kein reines Böse. Aber das wirklich zu verinnerlichen und somit zu versuchen, fair zu anderen zu sein, auch wenn wir sie und ihr Handeln nicht immer verstehen, scheint manchmal einfach zu komplex zu sein. Leider ist diese Tendenz oft auch ein ganz automatisches (menschliches?) Verhalten, das sich nur schwer „abstellen“ oder ändern lässt. Besonders, wenn dem Menschen das nicht bewusst ist oder sogar egal zu sein scheint…
All das bunte, das in jedem einzelnen von uns steckt und jeden zu einem Individuum macht, scheint so oft durch eine Sache überschattet zu werden und löst die typischen Vorurteile aus.

Und was die Schuld angeht: Wem nutzt eigentlich die Schuld? Bisher habe ich nicht erlebt, dass der Schuldgedanke uns Menschen einander näher bringt (außer man sucht sich oberflächlich gemeinsame „Feindbilder“, was ich aber nicht gerade als ein positives Verhalten sehe, das uns wirklich näher bringt). Schuld vereinfacht auch nicht gerade das Zusammenleben…natürlich kann man es sich selbst sehr einfach machen, indem man die Schuld sich selbst oder anderen an irgendetwas gibt…aber ob das wirklich gut ist? Entfernen wir uns dadurch nicht eher voneinander?

Herzliche Grüße auch an dich
Lui

Schreibe einen Kommentar

Ich akzeptiere