(Kurz)geschichten

Das Zughotel

Verträumt sehe von meinem Buch nach oben. Ohne es zu merken sind die letzten Stunden nur so dahin gerast. Mittlerweile liegt die Wintersonne so tief, dass sie das gesamte Zugabteil in gleißend warmes Licht taucht. Der Blick aus dem Fenster verrät mir, dass es wohl nicht mehr lange dauern wird, ehe sie sich langsam dem Ende des Horizonts neigt und untergeht. Während sie dies tut, ziehen die leeren Felder und kahlen Bäume an mir vorbei, die für mich alles andere als trostlos erscheinen. Vielmehr stehen sie für einen Neuanfang – wie diese Reise.
Mein Herz beginnt vor Aufregung etwas schneller zu schlagen angesichts der kommenden ersten Nacht in diesem Zug, die mir jedoch kein Unbehagen bereitet; im Gegenteil: Ich freue mich unglaublich darauf!

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Kurzgeschichte: Lektorat

Ein paar Worte vorweg: Dies ist meine absolute Horrorvorstellung vom Verlagswesen. Jedes Mal, wenn ich daran denke, dass ich mich mit dem Buch, was ich gerade schreibe, ja auch irgendwo sichtbar machen könnte/sollte/müsste, damit mein Traum von einem Buch in den Regalen einer Buchhandlung auch nur ansatzweise eine Chance hat, denke ich an solche Menschen wie in dieser Kurzgeschichte und ich fühle mich machtlos, klein, wertlos,… und chancenlos. Und das liegt, wie ich mittlerweile begreife, nicht daran, dass ich kein Abi habe…das wäre auch mit Abi nicht anders. (Woran es liegt und wie ich das bewältigen kann, bin ich noch am Ergründen…)

Um jedenfalls mal meine Empfindungen dazu vielleicht etwas besser nachvollziehen zu können, wollte ich nicht schon wieder jammern und habe das daher in dieser Form aufgeschrieben. In meiner Vorstellung läuft das jedenfalls immer so ab. In meiner Vorstellung wird es einfach so enden wie mit diesem Blog: Kein fesselnder Stil, wenig Leser, wenig für den Leser relevante Themen, vielleicht auch zu komplex formuliert, kein Feedback zur Verbesserung… zu wenig Influencer… kurz: Ich lebe hier in meiner eigenen abstrakten Welt. Manchmal kommt jemand vorbei und schreibt was dazu, was mich dann freut. Zu oft passiert aber nichts… und ich mache einfach weiter in der Hoffnung, dass meine Gedanken zu diesem und jenem dann doch das ein oder andere in  den Menschen auslösen, was sie mir eben nicht mitteilen. 

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Kurzgeschichte: Verdrossenheit

Karl stellt seinen Mantelkragen hoch und zieht auch den Mantel enger. Er versucht sich unsichtbar zu machen und so möglichst rasch und unbemerkt durch die Menschenmenge zu gelangen. Eigentlich wollte er ja nur in Ruhe etwas durch die Stadt schlendern, doch stattdessen befindet er sich nun inmitten einer Demonstration, die wohl angekündigt gewesen war. Da er solche Geschehnisse aber schon lange ignoriert und er sogar die Tageszeitung abbestellt hat, ist ihm das wohl entgangen.

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Ratlos

Sanft streicht eine Hand über meinen Kopf. Ich habe gar nicht bemerkt, wie sie das Arbeitszimmer betreten hat und zucke daher leicht zusammen. Blicke sie kurz an und nehme meine Kopfhörer von den Ohren, aus denen bis eben leise Musik tröpfelte, die mich irgendwie inspirieren sollte.

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Aus dem Takt

Diese Kurzgeschichte hatte ich mal vor über einem Jahr bei einem Wettbewerb eingereicht. Da ich nie wieder was von denen gehört habe und auch nicht mehr damit rechne, poste ich sie nun einfach mal, da ich heute wieder gemerkt habe, wie entspannend ich Sortierarbeiten finde… und wie sehr es mich erfüllt, irgendetwas zu strukturieren oder zu ordnen. 

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Was denkst du?

Ich sehe dich an und frage mich, was du wohl denkst…

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Vom Schweigen und Sprechen

Einst gab es eine Welt voller Liebe, in der jeder für den anderen da war und Profit keine Rolle spielte, weil alles allen gehörte. Weil jeder besonders und sich seiner selbst bewusst war und das auch an den anderen geschätzt wurde. Es war eine Welt voller Harmonie und Gemeinschaft, in der alle Herausforderungen immer gemeinsam gelöst werden konnten und das Vertrauen in all die anderen so unglaublich einfach war. Jeder konnte sich ehrlich äußern ohne dass sich ein anderer dadurch verletzt oder gar bedroht gefühlt hat. Denn schließlich äußerte man seine Meinung, um jemandem etwas jetzt mit auf seinen Weg zu geben und nicht, um sich selbst über einen anderen zu erheben und sich dadurch besser zu fühlen. Und keiner nahm es einem übel, denn es entstanden durch diese Art des Miteinanders auch überhaupt keine Missverständnisse.

Bis das Schweigen auftrat.

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Haus aus Glas

Da ist sie wieder, diese miese Ungewissheit. Die personifizierte Unsicherheit. Auf ihrem hoch erhobenen Haupt trägt sie wie immer ihre zweifelhafte Krone. Gekleidet in ihrem Gewand aus Niedertracht und Verachtung schreitet sie auf mich zu mit einem verzerrten Grinsen und leicht ausgebreiteten Armen, die mich willkommen heißen sollen. Als wären wir die besten Freunde, nur weil wir uns ein Vierteljahrhundert sehr intensiv einen Kopf geteilt haben.

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