(Kurz)geschichten

Vom Schweigen und Sprechen

Einst gab es eine Welt voller Liebe, in der jeder für den anderen da war und Profit keine Rolle spielte, weil alles allen gehörte. Weil jeder besonders und sich seiner selbst bewusst war und das auch an den anderen geschätzt wurde. Es war eine Welt voller Harmonie und Gemeinschaft, in der alle Herausforderungen immer gemeinsam gelöst werden konnten und das Vertrauen in all die anderen so unglaublich einfach war. Jeder konnte sich ehrlich äußern ohne dass sich ein anderer dadurch verletzt oder gar bedroht gefühlt hat. Denn schließlich äußerte man seine Meinung, um jemandem etwas jetzt mit auf seinen Weg zu geben und nicht, um sich selbst über einen anderen zu erheben und sich dadurch besser zu fühlen. Und keiner nahm es einem übel, denn es entstanden durch diese Art des Miteinanders auch überhaupt keine Missverständnisse.

Bis das Schweigen auftrat.

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Haus aus Glas

Da ist sie wieder, diese miese Ungewissheit. Die personifizierte Unsicherheit. Auf ihrem hoch erhobenen Haupt trägt sie wie immer ihre zweifelhafte Krone. Gekleidet in ihrem Gewand aus Niedertracht und Verachtung schreitet sie auf mich zu mit einem verzerrten Grinsen und leicht ausgebreiteten Armen, die mich willkommen heißen sollen. Als wären wir die besten Freunde, nur weil wir uns ein Vierteljahrhundert sehr intensiv einen Kopf geteilt haben.

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Die Sammlerin mieser Dates

Ich stelle wieder etwas in mein Regal. Meine neueste Errungenschaft sozusagen. Stolz trete ich einen Schritt zurück, um mir einen besseren Überblick über all das zu verschaffen, das ich bisher gesammelt habe. Es sind zwar nur sehr kleine Gegenstände, aber sie scheinen wohl gerade deshalb in ihrer Anzahl unendlich.

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Dornige Erkenntnis

Einst hatte ich einen Dornenbusch im Garten und zerbrach mir den Kopf darüber, wie man ihn möglichst liebevoll behandeln könnte, damit er einfach nicht mehr bei jeder Berührung unbedacht zusticht und vielleicht etwas weicher wird. Ich liebte diesen Busch so sehr und wollte unbedingt erreichen, dass er sich wohl fühlt und so gab ich ihn nicht auf, auch wenn alle anderen meinten, dass ich meine Zeit verschwende.

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Von schwarzen Schäfchen und Mäuschen

Es war einmal in einem Land – weit weg von der Welt, wie wir sie kennen – ein Feld auf dem schwarze und weiße Schafe lebten. Überwiegend lebten jedoch weiße Schafe dort, wodurch die wenigen schwarzen natürlich sehr auffielen. Und so kam es nicht selten vor, dass ein kleines Schäfchen keinen Anschluss fand.

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Deutschaufgabe: Michael K. meets Müslischüssel

„Schreiben Sie eine fiktive Entschuldigung für ein Unterrichtsversäumnis, indem Sie den Sprachstil Kleists imitieren. Verwenden Sie dabei nur einen einzigen Satz […]

Wie Sie wünschen. Ein Satz:

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Die Suche nach Julia Key

(Mal wieder eine Kurzgeschichte…)

Ich beobachte. Ich sitze eigentlich immer nur still da und beobachte, was vor sich geht. Seit Jahren bin ich unterwegs in allen möglichen Kneipen, in Cafes, sitze auf Parkbänken und sehe den Leuten zu. Höre mir an, über was geredet wird, tarne mich mit einer Zeitung oder Zeitschrift. Ich ergreife selten das Wort, obwohl ich immer am besten über die Dinge Bescheid weiß; das würde ich zumindest behaupten. Aber eigentlich, ja eigentlich bin ich Schriftsteller. Gepackt vom ganz normalen Wahnsinn…

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