Von den unendlichen Optionen eines Samstagabends. Oder: a,b,c…oder doch d?!

Manchmal habe ich es, dieses schreckliche Gefühl nicht zu wissen wohin mit mir an so einem Samstagabend, der irgendwie unendlich viele Möglichkeiten bereit hält. Ich verspüre dann eine unerträgliche Unruhe, die nur dann Befriedigung erlangt, wenn endlich mal eine Entscheidung getroffen wurde und der Plan für den Abend steht. Und auch stehen bleibt!
Heute Abend stand aber gar kein Plan so wirklich und wenn, dann nur für maximal fünf Minuten, bis ich es mir doch wieder anders überlegt habe. Mir sind nämlich nach und nach noch andere Optionen eingefallen, die ich nicht außer Acht lassen wollte und daher auch noch in Erwägung gezogen habe, denn eine davon könnte ja besser sein. Doch gleichzeitig klang nichts von all dem verlockend genug um dabei zu bleiben…
Das letzte Mal, als ich so Entscheidungsschwierigkeiten hatte, habe ich eine Münze geworfen, welche mir diese Qual der Wahl abgenommen hat. Doch das letzte Mal bin ich dank der Münze auch D. dem Großen begegnet.
Mein Gefühl sagte mir also einerseits „Lass es, bleib zu Hause, wenn sich das alles schon so komisch anfühlt, wird das auch komisch…!“ und andererseits „Es muss aber etwas geschehen, mir fehlt etwas, vielleicht will ich zur Abwechslung einfach mal nicht alleine sein…?“ Ja sollte ich dann vielleicht einfach unter Menschen (wie es eigentlich sonst nicht meine Art ist)? Vielleicht sollte ich aber auch einfach nur den Kopf frei tanzen wie ursprünglich geplant, selbst wenn keiner mitkommt? Das hat mich ja sonst auch nie gestört. Normalerweise bin ich mutig genug alleine irgendwo hinzugehen, wo ich noch nie war.
Vielleicht sollte ich mich doch lieber an einen Tresen meines Vertrauens setzen und mich mit anderen austauschen? Oder einfach nur ihren Geschichten lauschen? Vielleicht erlange ich dadurch ja neue Erkenntnisse über mich? Vielleicht begegne ich ja auch jemandem, der mich inspiriert?
Vielleicht sehne ich mich aber auch einfach nur nach etwas Bestätigung? Vielleicht sollte ich dann lieber doch tanzen gehen? So wie ich in der Regel rumlaufe, wenn ich tanzen gehe, finde ich die gewiss, auch wenn ich nicht danach suche oder mich bewusst so kleide, um das zu erzielen. Was ist aber, wenn mir das alles dann doch zu viel wird? Vielleicht will ich aber auch das bisschen Drama und Action erleben? Vielleicht aber auch nicht… Vielleicht weiß ich hinterher die Ruhe alleine zu Hause wieder zu schätzen?
Ich war mir so unsicher…

Vielleicht, ja vielleicht will ich aber auch einfach nur Chips. Und Schokolade. Und Eis. Ganz ganz viel Eis! Und die Motivation etwas Sinnvolleres mit meinem Samstagabend anzufangen, als alle bisherigen Optionen…

Das sinnvollste war letztendlich wirklich noch mal vor die Tür und einkaufen zu gehen. Während also alle anderen Kunden – wie für einen Samstagabend typisch –  Kondome, Alkohol, was zum Mischen und Zigaretten auf das Förderband an der Kasse gelegt haben, habe ich Eis gekauft. Und Chips. Und Toblerone.
Und obwohl ich mit keinem groß geredet habe außer mit meinem Lieblingsverkäufer, der mir aber auch nur ein schönes Wochenende gewünscht hat, fühlte ich mich erfüllt, was den Kontakt zu anderen Menschen für heute angeht.
Als ich mich also leichten Schrittes mit Eis im Gepäck und Scooter im Ohr auf den Weg nach Hause gemacht habe, breitete sich die Gewissheit in mir aus, dass das die beste aller Optionen für diesen Abend war.

Posted by Journey

Kategorie: Allgemein

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