Eifersuchtsszene…

Freitagabend war mein „Date“ mit meinem Ex-Freund Dieter, der das hier leider nicht lesen kann, da ihm Vodaf*** den Saft abgedreht hat. Irgendwann vielleicht. Aber nicht jetzt…

Es begann alles nachmittags um drei Uhr. Ich war bereits 35 Stunden wach und dementsprechend hibbelig. Aber neben Dieter sitze ich komischerweise immer ruhig da. Obwohl mir manchmal nach mehr reden und mehr sinnlosen Dingen, wie auf den Tischen tanzen, zumute ist. Es ist genau so, wie Kai damals immer gesagt hat…ich bin eigentlich ganz anders…aber irgendwie lasse ich mein buntes Innerstes nicht raus…irgendwie bin ich zu klein…jemand unscheinbares, der nicht auffällt. Ich renne zwar manchmal sehr individuell durch die Straßen, aber dennoch bin ich still. Mein Ungleichgewicht eben…

Bis um vier/fünf saßen Dieter und ich also im Nest. Er erzählte mir dies, ich erzählte ihm jenes und letztendlich landeten wir bei der uralten Geschichte vom Wirt und seiner mittlerweile Ex-Frau, die anscheinend einen neuen Freund haben soll. Das kann aber noch nicht sehr lange her sein, denn vor ein paar Wochen hat sie dem Wirten noch seinen SLK zerkratzt…die ganze Geschichte ist doch recht konfus. Ich erinnere mich noch daran, wie sie ihm auf offener Straße vors Auto gesprungen ist, ihn rausgezogen und verprügelt hat…das denke ich mir nicht aus, man kann’s hier nachlesen. Man muss nur ein bisschen im Blog herumwuseln. ; )

Nach der Klatsch&Tratsch-Stunde machten Dieter und ich uns auf den Weg ins HK, wo A. mit seinem dauerverplanten, aber dennoch amüsanten Bruder Klausi-Mausi saß. Ansonsten saß da noch so ein Horst, den ich jetzt mal Clown nenne. Er war zwar keiner, benahm sich aber daneben. Und die Tatsache, dass er mir meinen Lieblingslikör ausgab, machte es nicht besser. Am Anfang konnte man sich noch recht gut mit ihm unterhalten. Oberflächliches Kneipengerede eben, aber gegen Ende machte er mich regelrecht fertig, wie betrunken ich doch sei. Mittlerweile war ich schon 42 Stunden wach, hatte nur 1,3 Liter Bier und einen Likör intus und war einfach nur müde…ich ließ mich jedoch nicht provozieren, sondern grinste den Clown dämlich an und dachte mir meinen Teil…denn was er alles runterkippte runterNippte, war nämlich auch nicht schön. Als ich mein Zeug auf Ex-getrunken habe, sah er mich schockiert an. Immerhin konnte ich trinken und wäre ich nicht so angeschlagen gewesen, hätte ich den unter den Tisch getrunken. Denn er konnte nicht auf Ex trinken. Er musste ja an seinem Ramazotti nuckeln… Egal, ich weiche vom Hauptthema ab…:

Der Kampf um…mich.
Dona-Blu-Karl vs. Dieter.
Ich weiß nicht, ob ich es schreiben soll, aber wer Donna-Blu-Karl ist, kann man ja hier nachlesen. Er heißt so, weil ich monatelang gedacht habe, dass er Karl heißt und Donna Blu sein Lieblingslied ist. Wenn ihr noch nie was davon gehört habt, dann ist das jedoch auch keine Lücke im Allgemeinwissen, denn das Lied kennt so gut wie kein Mensch.

Wie immer beagnn natürlich alles ganz harmlos. Donna-Blu-Karl setzte sich neben mich und wir sangen eine Runde Donna Blu. (Ja, ich kenne den Text auswendig…) Er bot mir eine Kur Mark Zigarette an und so nahm alles seinen Lauf. Mittlerweile steuerte Dieter mit Selbstgedrehten entgegen. Meine Aufmerksamkeit galt dennoch eher Karl, da wir immer wieder Gesprächsthemen fanden. Zu Dieter distanzierte ich mich daher etwas. Außerdem hatte er mich in einem Punkt sehr getroffen. Ich weiß, er war nicht nüchtern, aber er meinte, ich ließe mir meine Depressionen nur von meinem Arzt einreden. Es sei doch alles Quatsch, was ärztliche Diagnosen angehe. Genauso wie seine Alkoholabhängigkeit. Er hat sie auch schriftlich, glaubt aber nicht daran.
Und mich traf das alles so sehr, dass ich aufstehen und mich erstmal vor dem Spiegel auf der Toilette beruhigen musste. Panikattacke. Ich sah mich also an und dachte nur. Das ist gemein. Er weiß nicht, wie es ist, nach Hause zu kommen, sich eingesprerrt zu fühlen und hinter der Tür zusammenzubrechen. Er weiß nicht, wie es ist, mitten im Unterricht keine Luft mehr zu bekommen und sich dennoch zu bemühen, still dazusitzen. Er weiß nicht, wie es ist, ständig Zweifeln ausgesetzt zu sein. Er weiß nicht, wie es ist, nicht da sein zu wollen. Einfach nie dagewesen sein zu wollen… Wie ich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag gelesen habe, bin ich jedoch bereits seit drei Jahren so…negativ.

Mit der Zeit, als es wieder ging, drehte mir Dieter immer mehr Zigaretten und Karl bot mir immer mehr an. Ich war hin und hergerissen…und als Karl mir eine anbot und Dieter im geichen Moment sein Bier zum Anstoßen hochhob, traf es mich. Deja-vu! Ich musste schlagartig an die Situation denken, in der mir Dieter und Karl auf die Sekunde genau in der selben Konstellation und beinahe auf dem selben Barhocker… ihre Liebe gestanden haben. Das hört sich irre an (besonders, da Karl 55, Dieter 49 und ich 20 bin…)…es war aber so…und ich frage mich im Nachhinein immer aufs Neue, wie ich mich aus solchen Situationen eigentlich immer rette…damit meine ich jetzt nicht, dass so etwas öfters vorkommt…aber manchmal frage ich mich doch, wie ich solche Dinge regle…und mich jedesmal aus einer Situation herauswinde, in der es um Gefühle geht…

Alles endete jedenfalls damit, dass Dieter aufstand, seine Jacke nahm, dem Clown und Karl Tschüss sagte und mir nicht. Alle sahen mich an. Ich sah mich an. Und ich dachte mir nur, dass das wohl wieder ein Blogeintrag werden würde…denn kurz davor sprach Dieter mit mir über Liebe. So ganz konnte ich ihm nicht folgen. Und so ganz hat er mich auch nicht überwunden. Karl ist da eher cool. Karl stand auf seiner ersten Hochzeit alleine vor dem Altar und die Braut war verschwunden…er sieht das nicht so eng. Aber trotzdem redet er von Weltuntergang und Revolution. Ein netter Kerl. Er hat mir eine volle Schachtel Zigaretten geschenkt. Und ich meinte noch, ich könne das nicht annehmen. Er sagte allerdings, das seien nur 4,70 € und das ginge schon in Ordnung. Man…mich machte das wirklich glücklich. Diese Geste hat etwas Wunderbares an sich, auch wenn ich weniger rauchen sollte…

Die Nerven…

Am Ende des Abends…nach 42 Stunden ohne Schlaf und irgendwie „angetrunken“ habe ich jedenfalls das gemacht, was man eben in so einer Situation macht…ich habe mich unter die Dusche gestellt und eiskalt geduscht…und…es tat gut.

Mary, mit der ich mich in letzter Zeit so oft treffe, meinte zwar, dass ich extrem dicht sein musste, aber ich war es eigentlich gar nicht. Mir war nur heiß…ich werde das in Zukunft öfters machen müssen…wenn der Sommer kommt. In meiner Wohnung. : )

Posted by Journey

Kategorie: Allgemein

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