S.

Mein Freitag

Es ist eigenartig, wie viele Menschen das Perfektsein anstreben. Und noch eigenartiger ist, dass die Gesellschaft sich so entwickelt hat, dass es als unperfekt angesehen wird, zu viele Gefühle zu zeigen. Bedeutet das etwa, dass die neue Anforderung an uns Menschen ist, dass wir uns wie Maschinen verhalten sollen? Perfekt, keine Gefühle und nur darauf bedacht, die Fassade aufrecht zu erhalten? Hassen wir uns am Ende selbst für das Menschsein und das Unperfekte?

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Alternativen?

Ich halte das nicht mehr hier aus. Ich kann nicht weglaufen, da ich kein Geld habe und ich kann nicht hier bleiben, da ich dem allen hier psychisch nicht mehr standhalten kann. Mir würde nur noch der Tod bleiben, aber das will ich nicht. Ich will doch nur schreiben, leben, lachen, lernen…ist das zu viel verlangt?
Anscheinend schon. Anscheinend wurde ich nur geboren, damit man auf mir herumtrampeln kann. Erst waren es Jugendliche, jetzt sind es meine eigenen Eltern. Ich kann nicht mehr. Mir wird alles zu viel…und ich kann nur hier sitzen mit einem Schmerz, der gar nicht in Worte zu fassen ist. Tag für Tag…

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Chronischer Mitteilungsdrang

Die Tatsache, dass es mir immer schwerer fällt ins Bett zu gehen und dass ich weder aufstehen noch essen kann, veranlasst mich, einen cut zu ziehen, obwohl ich eigentlich Urlaub vom Bloggen haben wollte…

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Aktuelle Lage: Nüchtern; vermischt mit einem Hauch von Sehnsucht.

Ich: „An Fasching sind wir nüchtern!“
Mitschülerin: „Jaaaaa!“
Ich: „Und wir werden nur lernen!!“
Mitschülerin: „Ja klar, was denn sonst?!“
Ich: „…Ich meine das nicht ironisch…“

Warum glaubt mir eigentlich keiner, dass gerade ich zu Hause bleibe, wenn alle rausgehen, sich verkleiden, Spaß haben und saufen? Sie alle scheinen mich wohl besser zu kennen, als ich mich selbst. Denn eine kleine Nostalgie-Sehnsucht ist schon vorhanden, wenn ich so an die letzten Jahre denke. Aber da ich nur komische Männer wie Ketchup und meinen ersten Ex-Freund kennen gelernt habe, muss das nicht sein. Auch wenn mir mein Domina-Kostüm und das letzte, liebende Jahr etwas fehlt.
Doch ich habe mir selbst vernünftigerweise das Ultimatum gesetzt, nüchtern zu bleiben und zu lernen, wenn alle anderen sich Zeug in den Kopp schütten. Ich will nämlich endlich mal was tun und die sein, die nach den Ferien alles erledigt hat.

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Zwischenstand: Angst

Ich gebe zu, so langsam bekomme ich Panik. Und dabei ist morgen nur der letzte Schultag. Ich schreibe diesem Tag allerdings besonders viel Bedeutung zu und tue so, als würde mein Leben davon abhängen. Und dabei gibt es nur Halbjahresinformationen; die ersten an diesem Gymnasium. Ich habe aus irgendeinem Grund ziemliche Angst, was meinen Notenstand angeht.

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Ironie des Schicksals…V. Satir – Der Selbstwert

[…]Die Probleme eines Kindes können in der Familie liegen. Zum Beispiel in einer Störung der vier Schlüsselqualifikationen Selbstwert, Kommunikation, Regeln und Gesellschaft. Familien mit Selbstzweifeln, schlechter oder gar keiner direkten Kommunikation, starren Regeln und schlechtem Verhältnis zur Gesellschaft sind also eher Anzeichen für ein gestörtes Familienverhältnis.

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Mister, Mister, Mist mit Männern…und an der Kasse…

Eine Kassiererin beleidigt mich zutiefst. Gestern wollte mich ein ganz bestimmter Kerl nicht loslassen. Heute singt mir einer was vor und ein anderer sieht in mir eine potenzielle Geldquelle und will mich ständig um sich haben…und ich komme zu nichts.

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Die letzten Tage meiner Teenagerzeit…

Die Exfreundin von meinem Dad sieht mich – wie meine Eltern Tag für Tag – als Kind. Ich mag das nicht, denn ich bin alles andere als ein Kind, so meine Selbsteinschätzung. Und wenn mir jemand sagt, dass ich erwachsen werden soll, dann spüre ich ein Verlangen nur noch mit Fremdwörtern zu kommunizieren und diesen Jemand in Grund und Boden zu diskutieren. Aber letztendlich kann ich nicht verleugnen, jung zu sein.

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Nie gut genug…

Das denke ich zumindest jeden Tag. Und ich frage mich auch Tag für Tag, was später einmal sein wird. Vermutlich gehe ich nach diesem Schuljahr, schmeiße alles hin, suche mir einen Job, der mir kein Spaß macht und sterbe dumm, so wie es mir immer unter die Nase gerieben wird. Dass ich schreiben kann, interessiert keinen. Und ich bin wieder an dem Punkt angelangt, an dem ich denke, dass jede andere Person das mit Sicherheit besser kann und ich letzten Endes gar nichts mehr kann und noch weniger weiß. Wenn schreiben mein Leben und somit alles für mich ist, so ist es andererseits das Nichts für die anderen. Reine, naive Dummheit und unnötig in dieser Welt.

Das Selbstbewusstsein, das mir die Hauptschule gegeben hat, ist verpufft und ich komme mir wieder so blöd vor wie damals auf der Realschule. Einmal abgesehen davon, dass mich keine Mitschüler quälen. Die schlechten Noten und das Gefühl die dümmste zu sein sind allerdings wohl vorhanden.

Die schönste Zeit hatte ich auf der Hauptschule gehabt. Da konnten Lehrer einen noch loben und dankbar dafür sein, wenn man die Schülerzeitung praktisch alleine geschrieben hat. Doch heute, was ist heute? Das Gymnasium macht mich kaputt.

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