(Club)Leben

Aufwachen und feststellen
Dass das Leben ein Tanz ist
Manchmal ein Drahtseilakt
Aber oft unglaublich schön

Also aufstehen und die Lieblingsclubs besuchen
Die mein Zuhause sind
Wo ich mich geliebt und geschätzt fühle
Wo ich den Menschen begegnen kann
Die in so vielem mit mir schwingen

Positive Vibes!

Diese Clubs sind ein Geschenk
Das ich immer mehr zu schätzen lerne
Denn ich weiß
Dass es auch anders sein kann

 

So betrat ich einige
Die mir auch ein Zuhause sein wollten
Doch scheiterten
Es nicht konnten

Trotz Liebe
Taktanpassung unmöglich
Der Besuch blieb kurz
Einmalig

 

Doch kann ich mich nicht überall rausnehmen
Wo ich nicht so befreit loslassen kann
Wo ich mich immer etwas anpassen muss
Mit gebundenen Händen
Und verbundenen Augen
Was keiner fühlt
Keiner so recht sieht

Für das Außen tanze ich somit wie immer
Auch wenn im Inneren ein ganz anderer Takt schwingt
Der jedoch geduldig abwartet und nicht pocht
Sich zurücknimmt ohne wegzustecken
Es dadurch sogar schafft sich zu integrieren

Und auch wenn er manchmal meint
So nie sein volles Potential entfalten zu können
Weiß er doch auch
Wie wichtig es ist
Nicht nur in seiner Welt zu verharren
Sich auch diesen Herausforderungen zu stellen
Die Angst zu überwinden
Vor einer vollkommen neuen Location
Und so eine Chance zu ermöglichen
An all dem auch wachsen zu können

 

So tanze ich durch den (All)Tag
Bis zum Abend
Bis die Tür hinter mir ins Schloss fällt
Und ich richtig tanzen kann
Nur für mich

Dann powere ich mich vollkommen aus
Nur in meinem Takt
Gewinne ein positiveres Körpergefühl
Erobere mir den Platz zurück
In meinem Geist
Meinen Gedanken und Gefühlen
Und entdecke neues
Fantastisches

Pure Meditation!

Ich drehe mich dann im Kreis
Werfe all die Sorgen auf und in den Wäschekorb
Wie meine Kleidung
Bis ich fast nichts mehr an mir trage

 

Manchmal frage ich mich
Ob ich etwas davon denn jemals jemandem zeigen könnte?
Ob ich das überhaupt will?
Oder ob das alles meins bleiben soll?

Ich müsste nur kurz stehen bleiben
Und die Tür meines Clubs öffnen
Der Angst ins Gesicht blicken
Dass da vielleicht doch niemand steht
Oder: Dass da wirklich jemand stehen könnte

Denn dann müsste ich mich vollständig ausziehen
Um die tief in mir schlummernde Sehnsucht zulassen zu können
Nach all dem
Einfach nur ins Bad getragen
Und in eine Badewanne mit warmem Wasser gelegt zu werden
In der ich untertauchen kann
In absolut sanfte Geborgenheit
Das Gefühl bedingungsloser Liebe

Einen Moment später tauche ich dann wieder auf
Von selbst und ohne äußere Gewalt
Absolut befreit und mit noch mehr Energie
Und jemandem an meiner Seite
Der mir einfach nur das Handtuch reicht
Das ich dankend annehmen kann

 

(Und ich frage mich:
Ist es jetzt gut oder schlecht
Dass ich gar keine Badewanne habe?)

Posted by Journey

Kategorie: Gedichte

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