Unerfüllte Wünsche…?

Vor etwa zwei Monaten habe ich mal wieder sehr viel über das nachgedacht, was war (Abitur abgebrochen) und gleichzeitig über das, was deshalb nicht sein wird (Studium des kreativen Schreibens) und was eigentlich jemals sein wird (?). Alles bezogen auf meinen seit über zehn Jahren unerfüllten Wunsch, Autorin zu werden…

Mein äußerst irrationaler „Wunschweg“ für mein Leben sah ja bis vor etwa zehn Jahren folgendermaßen aus:

  • von der Hauptschule hochgearbeitet das Abitur schaffen
    – > „kreatives Schreiben“ studieren
    – > mit diesem Wissen Autorin werden

Dummerweise habe ich diesem eigentlich gar nicht weiter durchdachten Weg sehr sehr viel Bedeutung gegeben. Das ist selbst heute noch der Fall, obwohl ich weiß, das ich ihn so in dieser Form definitiv niemals gehen werde. Master N. hat mich da zum Nachdenken gebracht und erkennen lassen, dass mein Wunsch im Grunde nicht das Abi oder das Studium sein könnten, sondern eigentlich nur das letzte: Autorin werden. Ich könnte den Weg dahin also vielleicht auch etwas loslassen, wenn ich es schaffe, ein Buch zu veröffentlichen.
Das jedoch ist leichter gesagt als getan, denn irgendwie fühle ich mich durch mangelndes Wissen über so vieles im Leben unberechtigt es zu tun. Ohne diese schriftliche Bestätigung fehlt mir irgendwie etwas. Die meisten Autoren scheinen nämlich irgendwie Abitur zu haben und viele sogar ein Studium (was nicht unbedingt immer etwas mit der Kunst des Schreibens zu tun hat, sie aber nicht weniger spektakulär erscheinen lässt).
Aber vielleicht ist dieser immens große abgrenzende Spalt zwischen allen Abiturienten/Studierten und mir nur in meiner selektiven Wahrnehmung so groß und die Realität sieht anders aus? Vielleicht schere ich mich auch mehr um mein „Unstudiertsein“ als der Rest der Welt?

Im Grunde ist es also ein eigens geschaffenes Dilemma. Und das, obwohl ich ja Bestätigung von anderen habe, was meine Texte angeht. Obwohl das Buch seit letztem Jahr ja schon geschrieben ist. Obwohl ich dutzende Bücher durchgeblättert und abgemessen habe, nur um den Satzspiegel zu berechnen und mir sogar LaTeX beigebracht und es selbst gesetzt habe (weil ich es eben selbst und „richtig“ machen wollte, aber erst mal gar nicht wusste, wie das auszusehen hat).

Ich habe sogar schon begonnen mein Cover zu gestalten.
Lange Zeit habe ich für all das immer ein „Aber“ gesucht und bei meinem Talent natürlich auch gefunden. Das größte „Aber“ war wohl mein Perfektionismus, der wunderbar meine absolute Unsicherheit zu diesem Vorhaben tarnt. Als ich dann nach unzähligen Stunden (ca. 17 über einen Monat verteilt..) rumphotoshoppen einen Plan hatte, was ich denn nun dafür fotografieren will und das dann auch gemacht habe, lief es aber…

Parallel habe ich den Klappentext geschrieben, sowie den Über-mich-Text und herausgefunden, wie man ein Bild in LaTeX einfügt. Leider noch nicht das, was ich will, denn das habe ich noch nicht fotografiert. Ich nenne es mal „professionelles Selfie“, was ich wohl am Samstag im Studio umsetzen werde. Als Fotografin hat man da ja Möglichkeiten…und ich will auch das selbst machen.

 

Aaaalso. Wenn ich versuche, das ganze mal objektiv und ohne resignierende Panik zu sehen…. was ist denn nun noch alles zu tun?
– auf das letze Feedback von jemandem warten bzgl. des Epilogs und diesen evtl. ausbauen
– das Cover finalisieren
– den Klappentext auf der Buchrückseite noch mal ansehen und mit meinem hinterlegten abgleichen
– den Über-mich-Text noch mal ansehen und mit meinem hinterlegten abgleichen
– das Bild von mir machen, bearbeiten und einfügen
– E-Book ja/nein?

Mein Plan ist ja, das Buch bei BOD zu veröffentlichen, wo ich noch einen Gutschein hatte (der nach 11 Jahren tatsächlich noch einlösbar war!) und bereits eine ISBN-Nummer reserviert habe. Lange Zeit habe ich mich davor gescheut, diesen Weg zu gehen…und war hin- und hergerissen. Denn einerseits ist es nicht so besonders, wie ich es mir gewünscht hätte und irgendwie etwas, das jeder kann. Andererseits besitze ich aber auch nicht den Glauben an das „echte Verlagswesen“. Ich traue denen ganz und gar nicht und glaube auch nicht, dass das, was ich geschrieben habe überhaupt von massentauglichem Interesse für die wäre. Darum habe ich mir den verzweifelten Versuch einen echten Verlag zu finden lieber erspart. Mein Bild von Verlagen ist aber auch ein sehr schlechtes…in meinem Kopf muss ich mich entweder reinkaufen, erkenne am Ende mein Buch nicht mehr (wenn ich „Glück“ habe und mir einer antwortet) oder ich bekomme eine Absage.  Oder ich werde abgezockt…(ja, vielleicht übertreibe ich da aber auch etwas..)
Sicherlich lässt sich mein Wunsch, irgendwann mal ein Buch von mir im Regal einer Buchhandlung stehen zu sehen ohne richtigen Verlag nicht so leicht erreichen…aber vielleicht ändert sich mein Bild ja auch im Laufe der Zeit…oder ich steh zu dem, was ich geschrieben habe und gehe selbst dahin. Zur Zeitung sollte ich auch noch…und eine Lesung würde ich auch gerne halten…und da habe ich denke ich Möglichkeiten. Ich muss nur was tun…was echt nicht leicht ist, wenn man dazu neigt, sich selbst im Weg zu stehen und zu blockieren…

 

Aber alles in allem bin ich sehr froh, dass ich jetzt ernsthaft versuche da dran zu bleiben und so vielleicht mal zu einem Abschluss zu kommen. Bisher habe ich es nämlich nicht so wirklich geschafft, die ganzen Ausflüchte und Ausreden sein zu lassen und mich davon zu lösen. Ich fand bisher aus Zweifel 1000 Gründe, lieber kein Buch zu veröffentlichen. Die Angst zu scheitern, auseinander genommen zu werden und alles zu versauen, weil das Buchthema doch sehr wichtig ist und mir am Herzen liegt, ist natürlich nach wie vor noch sehr groß. Aber immerhin knüpfe ich das alles nicht mehr so stark wie früher an meinen Lebenssinn.

 

Das ist jetzt vielleicht ein wirrer Text, aber es ist auch kein leichtes Thema für mich. Ich habe einfach mal versucht zusammen zu tragen, was so die Kerngedanken dazu sind…und wie es nun weiter geht…ich bin selbst gespannt!

Posted by Journey

Kategorie: Allgemein

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