Lists01

Obwohl ich im vorherigen Beitrag geschrieben hatte, dass mich das Buch „Drüberleben“ von Kathrin Wessling nicht gerade vom Hocker gehauen hat, habe ich dennoch das ein oder andere Interessante in dem Buch gefunden wie zum Beispiel die Aufforderung, Listen zu schreiben.
Ich habe in den folgenden Beiträgen einfach mal alles aufgeteilt, da ich gemerkt habe, dass sich die Zitate aus dem Buch (im Folgenden kursiv geschrieben und in Anführungszeichen gesetzt) und vor allem mein dazugehöriger Listen-/Antworttext extrem in die Länge zieht.
Wie auch immer, ich halte es irgendwie für wichtig, das hier aufzuschreiben. Es hat mir mal wieder klar gemacht, was für unerfüllbare Ansprüche ich an mich stelle und wie unuzufrieden ich mit mir selbst bin, wenn ich diese nicht erfülle. Und während ich jammere und heule, bestätigt mich genau das in meiner Unfähigkeit…mit allem…

 

„Schreiben Sie eine Liste all der Dinge, die Sie bis zu Ihrem Lebensende erreicht haben wollen – begründen Sie jedes einzelne.“

*(M)ein Buch schreiben – weil ich mich selbst trotz Psycho-Problematik und Selbsthassanfällen immer noch für wichtig und interessant genug dafür halte und weil ich irgendwie denke, dass ich irgendetwas zu sagen habe, das irgendwen interessieren könnte. Und: ganz wichtig: Ich will die Welt verbessern… (Vom ersten wie vom letzten bin ich sehr weit entfernt)

*Dänisch lernen – Weil ich die dänische Band „Nephew“ liebe, nur leider die Texte nicht verstehe… (ich habe immerhin schon ein Lernbuch mit CDs gekauft…!)

*nicht heiraten und keine Kinder bekommen (das nur anbei…)

*in der Schweiz sterben und falls ich überhaupt die Wahl habe: eingeäschert werden! – weil ich die Schweiz mag…und weil ich auf keinen Fall unter der Erde vermodern will. Ich will verstreut im Wind verschwinden. (Irgendwie seltsam, dass ich mir mit 23 schon Gedanken darüber mache…)

Mehr gibt es da wirklich nicht…ich möchte einfach nur ein Buch schreiben, über das man dann diskutiert und gut is’…für etwas anderes lebe ich nicht. Alles andere ist…Weiterentwicklung, Beschäftigung, ein ewiges Lernen…(und sich durch den Alltag quälen)
Irgendwie schon seltsam…das wollen nämlich sooo viele…was unterscheidet mich denn da von den anderen, die daselbe wollen? Ist es nicht letztendlich nur verdammtes Glück, so wie vieles im Leben? Und worauf kann ich mich denn noch verlassen, wenn die, die meinen, dass ich gut schreiben kann, nicht mal meinen Blog wirklich lesen? Wenn ich finde, dass jemand gut schreibt, versuche ich so viel wie möglich von diesem Jemand zu lesen…oder bin ich da eine Ausnahme? Nehme ich mich zu wichtig? Verdammt…ich will einfach nur Antworten…ehrliche Meinung, auch wenn ich sie nur schwer verkraften kann…

 

„Schreiben Sie eine Liste all der Wünsche und Träume, die sich nicht erfüllt haben – begründen Sie jeden einzelnen Punkt.“

*Meinen angefangenen Roman „Das Spiel mit dem Tod“ zu Ende schreiben und damit meinen Durchbruch zu schaffen – ein dämlicher Traum, aber ich wollte eben immer was Besonderes sein. Ich wäre so gerne ein Wunderkind gewesen, das mit 17 schon Bücher schreibt und um das sich die Zeitungen reißen…aber letztendlich bin ich niemand…und die anderen sind Wunderkinder… -> siehe hier

*Die Welt verändern – ist gescheitert, weil sie sich niemals durch mich alleine verändern wird. Ich frage oft Menschen, die mir von anderen, bösen Menschen erzählen, ob diese wirklich so grausam sein können. Ja. Können sie. Ich sehe es nicht…will es nicht sehen…glaube als eine der wenigen an das Gute, die menschliche Psyche als Grund vieler Taten und ich glaube an die Kindheit, in der so vieles anknackst und zerspringt, was sich wohl nie wieder richten lässt***…und ich glaube, dass niemand so dumm ist wie das, was im Fernsehen läuft. Ich glaube an alles andere…nur nicht an mich…

*Das Gymnasium schaffen, nebenher Schriftstellerin durch die „Oberstufendepression“-Geschichte werden, und mir durch das, was ich dadurch verdiene das Studium in Leipzig leisten können – wäre niemals wahr geworden, weil mein Ziel zu hoch und meine damalige Verfassung regelrecht zerstört gewesen ist, sodass ich es gerade mal geschafft habe, zur Psychoklinik zu kriechen.

*Studieren – ist gescheitert, weil das Abi gescheitert ist und hätte auch nie funktioniert ohne Geld und mit meiner Belastbarkeit schon gar nicht…

*Jemand sein – ist gescheitert, weil ich es zu sehr wollte und ich letztendlich doch nur erkannt habe, dass ich niemand bin ohne bedeutende Lebensgeschichte, in der ich trotz beschissener Lage dennoch geschafft habe, ein Jemand zu werden und toll und berühmt und …ich war ja so was von naiv. Kein Wunder, dass mir diese dreckige Realität immer wieder auf den Kopf haut. Ich will immer noch mehr sein, als ich bin, erwarte immer nicht 100%, sondern 1000% von mir…und im Grunde stelle ich dabei nur immer wieder fest, dass ich ein kompletter Versager bin. Denn wo ist das geschriebene Buch? Wo sind die gewonnenen Kunstwettbewerbe? Wo ist dein ach so tolles Talent?! Ja ich weiß…am Arsch….

Ich denke, da gibt es noch mehr Dinge, die ich gerne erreicht hätte, aber nie habe…aber wenn ich ehrlich bin, mag ich nicht mehr darüber nachdenken. Ich weiß, dass sehr vieles an mir liegt und ich manchmal schon mehr geben könnte…müsste! Doch stattdessen jammere ich rum und ich kann’s nicht ändern…
…es geht einfach nicht…
…und für einen Perfektionisten wie mich mit extrem hohen Ansprüchen an sich selbst, ist das äußerst schmerzhaft…

 

***EDIT: 06.05.2018: Nicht „nie wieder„…aber „schwer„. Es gibt einem ein Makel mit, der bleibt und mit dem man lernen sollte umzugehen, wenn man ein erfülltes Leben haben will. Ich glaube daran. Die Tatsache, dass ich 5 Jahre später so darüber denke, ist ein guter Beweis dafür, dass es möglich ist!

 

Lists01 Lists02 Lists03 Lists04

Posted by Journey

Kategorie: Allgemein

Autor: Journey

«      |      »

2 Kommentare        

Wenn Dein Buch mal irgendwann mal fertig ist, dann hoffe, dass es nie einen Verleger findet. Wenn nämlich doch, dann ist die Chance zumindest groß, dass es Mist ist.

Also ich muss schon sagen, auf den ersten Blick klingt dieser Satz sehr hart…aber ich glaube, ich weiß in etwa, was du meinst…

Schreibe einen Kommentar