Lebensplanung – die ersten Sibenhundertvierundsechzig

Ich dachte immer, dass ich ein echtes Genie darin bin, wenn es um das Scheitern von Plänen geht. Aber wenn ich mir die letzten Monate so vor Augen halte, muss ich sagen, dass ich ja gar nicht soooo viel verpfuscht habe, wie ich dachte. Es hat sich nur extrem heftig angefühlt zu dem Zeitpunkt. Jetzt im Nachhinein frage ich mich nämlich, was ich in all den Monaten aus 2011 eigentlich gemacht habe. Wahrscheinlich habe ich mir viel zu viele Sorgen um alles UND zur gleichen Zeit gemacht und nicht gründlich und objektiv nachgedacht…oder es zumindest ansatzweise versucht. Naja, im Nachhinein lässt sich das immer so leicht sagen…

Im Januar und Februar 2011 steckte ich total in der Oberstufendepression drin, konnte mich nicht mehr in der Schule konzentrieren, war im Ungleichgewicht und habe mich schlecht gefühlt und total schlecht gemacht…

Im März habe ich versucht, noch mal mehr zu geben, als in meinem Zustand überhaupt möglich ist. Und so ganz nebenbei habe ich mich noch mit meiner Vorstellung von Revolution auseinandergesetzt.

Im April war ich dann durch. Ich stand kurz vor einer Psychose und war so dermaßen überfordert, dass natürlich noch mehr Mist dazukommen musste…und so habe ich erst mal die 12. Klasse abgebrochen, um mir Gedanken darüber zu machen, wie es weitergeht und ob ich die Chance annehmen werde, die Klasse noch einmal zu wiederholen.

Von mitte Mai bis mitte Juli war ich dann glücklicherweise in der Klinik, wo sich vieles an meinem bisherigen Leben verändert hat. Ich kam als ein Stück weit freier Mensch wieder heraus und wusste nun so halbwegs, was ich wollte. Das Abi wollte ich nicht weitermachen, da ich Angst hatte, dass mir alles wieder zu viel werden würde. Mit meiner Psychologin habe ich geplant, welche Jobrichtung mir liegen würde, bin alleine auf’s Arbeitsamt, um zum Berufsberater zu gehen. Zum Bewerben war es sowieso zu spät, also sollte ich etwas suchen, das die Zeit bis zum Ausbildungsbeginn 2012 überbrückt. In Frage kam hierbei das FSJ. Außerdem habe ich die Entscheidung gefasst, mich in Zukunft alleine durch’s Leben zu schlagen. Also wie bisher nur offiziell. Und so habe ich begonnen mich von meiner „Familie“ zu lösen. Manche werden jetzt meinen, dass ich mir zusätzlich noch mehr Probleme angeschafft habe…stimmt auch…aber das ist es mir wert, damals wie heute!

Im August hatte ich wirklich „tolle“ Erfahrungen mit allen möglichen Ämtern. Ich bekam den Hartz-4-Bogen in die Hand gedrückt und habe mich für ein FSJ beworben, bei dem ich dann nicht genommen wurde. Naja, der Kerl hatte recht…ich war psychisch gesehen immer noch zu instabil dafür. Ende August hatte ich dann eine kleine Krise wegen der Mr. Right Geschichte und noch mal Stress mit Fr. Croft, weil sie erst von Mr. Chocolate sitzen gelassen wurde und ich dann auch abgehauen bin…

Im September habe ich es immerhin hinbekommen, mich für den Küchenhilfejob zu bewerben. Ansonsten wurde alles noch mal über den Haufen geworfen und ich bin mit Mr. Chocolate zusammen gekommen…
Ich hatte außerdem Angst aus der Wohnung zu fliegen und vor weiteren Besuchen bei den Ämtern, also habe ich einen Familienberater aufgesucht, dem ich mein Leid geklagt habe und der immerhin dafür gesorgt hat, dass ich immer noch hier wohne.

Im Oktober wurde ich Meisterin im Aufschieben, habe gekündigt und wurde wieder eingestellt. Meistens hatte ich meinen Kopf jedoch bei der Liebe oder bei Fr. Croft, mit der ich mich zum Glück wieder vertragen habe. Eigentlich hatte ich vor im Oktober mit den meisten Bewerbungen zur Fotografin fertig zu werden. Am 31. habe ich dann mal ein paar angerufen, um zu fragen, ob sie überhaupt ausbilden. Das war aber echt schwer für mich…

Im November und Dezember ging irgendwie nichts, da ich mehrere psychische Rückfälle hatte und alle Kraft dazu gebraucht habe, gegen das um sich schlagende und ritzende Monster in mir anzukämpfen.

Und da stehe ich nun…bei Plan siebenhundertfünfundsechzig

Posted by Journey

Kategorie: Allgemein

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