Beten

Journey: Wie geht es dir?
Mary: ja ganz gut und dir
Journey: Joar…ich war heute beten.
{Achtung! Das sind die Worte einer Atheistin!}

Ich war heute nicht in der Schule. Mir ging’s mal wieder zu mies. Morgen werde ich aber wieder gehen. Den Punkt habe ich auch in der To-do-Liste ergänzt. Außerdem gehen mir die Ausreden aus und chronische Übelkeit hört sich etwas seltsam an.
Außerdem werde ich selten krank. Das letzte Mal war 2008, glaube ich zumindest. Da hatte mich auch noch Jo im Krankenhaus besucht. Irgendwo habe ich noch Tagebuchaufzeichnungen davon.
Aber wie gesagt, ich werde selten krank. Ich renne auch im Winter überall im T-Shirt herum, aber sobald so etwas wie jetzt passiert und ich es am Kopf habe und es an die Gedankenwelt und mein Herz, meine Seele – oder das was davon übrig ist – geht, bin ich tot. Nicht mehr zu gebrauchen.
Heute morgen wollte ich sogar – ich geb’s zu – allem ein Ende setzen, da ich der Meinung war, dass meine Existenz sowieso keinen Sinn ergibt. Aber wie das eben so ist, kommt einem immer was dazwischen…diesmal war’s Herr P., mein „Chef“, der gemeint hat, dass er mich unbedingt heute braucht. Also starrte ich noch weitere zehn Minuten an die Schräge und dachte an die Schwester von Siv, der ich heute ihre Bewerbungen geben sollte, und an meine Leser, denen es zum Teil so geht wie mir. Dann dachte ich mir, dass ich den Tag auch noch absetze und bin letztendlich aufgestanden.

Und der Tag, der verlief dann doch noch ganz okay, auch wenn ich heute morgen bereits die Tabletten in der Hand hatte. Was ich in dem Moment gedacht habe? Ihr werdet lachen…aber ich habe mir mein Zimmer angesehen und bin zum Schluss gekommen, dass ich in so einer Umgebung nicht sterben möchte. Außerdem…waren mir meine Texte und mein Kopf wichtiger, als die Ungewissheit, ob das überhaupt funktioniert.
Vielleicht war es mir ja nie ernst genug, es zu tun (sonst lässt man sich nicht so davon abhalten).

Um halb drei war ich in der Schule, wo Herr P. mich schon freudig erwartet hatte. So langsam glaube ich, Herr P. liebt mich, denn er ist ohne mich technisch gesehen aufgeschmissen. Er weiß aber nicht, dass er mir praktisch das Leben gerettet hat… (Edit vom 17.06.2018: Danke Herr P., ehrlich!)

Jedenfalls habe ich alles gegeben und morgen werde ich wieder alles geben. Ich mag den Job. (Das kommt auf die Liste der positiven Dinge.)

 

Danach bin ich ins Nest, die Bewerbungen abgeben und danach, ja danach, habe ich mich mit Kai getroffen…und ich hätte mich vermutlich nie wieder gemeldet und wäre immer weiter kaputt gegangen, wenn ich nicht P. aus M. angeschrieben hätte, der ja seit dem Ende mit Dieter nichts mehr aus meinem Leben wusste…
Aber so wie auch vor drei Jahren, hat er sich auch diesmal meiner Probleme angenommen.

 

[8.3.2010]

P. aus M: jetzt erzähl mal alles von kai. wie lange geht das schon ? ist er auch verliebt ? […] schläfst du mit ihm ?

Journey: Nein. Ich habs ja versaut

P. aus M.: ja was ? wie ?

Journey: Alles. Freundschaft, Liebe, …Ich kann mit sowas nicht umgehen. Und da er sich nicht mehr gemeldet hat, habe ich eine nicht so nette SMS geschrieben. Ich war einfach egoistisch.

P. aus M.: und jetzt ?

Journey: Jetzt ist es vorbei. Alles. -.-

P. aus M.: alles ? was hat er gesagt ?

Journey: Er hat gemeint, es sei meine Entscheidung, wenn ich ihn nie wieder sehen will. Und er wird mich nicht aufhalten

P. aus M.: hattest du das geschrieben ?

Journey: Ja : X

P. aus M.: dann entschuldige dich halt

Journey: Ich weiß nicht, ob ich das kann…

P. aus M.: wieso denn ? mädchen du musst lernen mit sowas umzugehen. jeder macht mal so fehler und reagiert über. aber wenn du ihn liebst und er dich ..dann sollte es nicht an sowas scheitern

Journey: Du hast recht…

P. aus M.: ..man muss den umgang mit menschen .. in der art … halt auch erst lernen. und wenn du jemanden hast der dich liebt musst du die gelegenheit nutzen

Journey: Ich habe aber Angst, dass das noch mal passiert… Ich kann einfach Menschen so schlecht vertrauen

P. aus M.: wenn es nochmal passiert dann passiert es halt nochmal …und gewöhn dir an erstmal nachzufragen was los ist und deutlich zu sagen dass dir das so nicht passt als gleich alles hinzuschmeissen

Journey: Ja…ich sollte wirklich mal lernen vor Konflikten nicht wegzulaufen…

[halbe Stunde später]

Journey: Ich hab angerufen. Er ist sauer. Aber er ist morgen in V. Und ich soll ihn dann noch mal anrufen. Ich weiß nur nicht, ob das richtig war… Aber schlimmer kann es nicht werden…

P. aus M.: jetzt mach dir nicht gleich wieder sorgen. natürlich ist er sauer. eben, schlimmer kanns nicht mehr werden

Journey: Ja…eben. Danke : ) Es ist so einfach, aber ich hätte es trotzdem nicht hinbekommen… Ich bin wirklich komisch

P. aus M.: hehe. gerne

 

Also war Kai mit mir Kaffee/Cola trinken und dann…ja dann war ich in der Kirche. Eine Kerze anzünden. Und für was ich jetzt gebetet habe, bleibt offen. Jedenfalls hab ich es getan. Eine ganz neue Erfahrung…

Und was Liebe angeht…so bin ich immer noch überfragt, was der Sinn dahinter ist. Aber um ehrlich zu sein, will ich gar nicht über Liebe nachdenken…das bringt mich erst recht zum Verzweifeln. Und das muss nicht sein…

 

Mary: […]und dran denken das ich einen freund haben will
Journey: Ach…ich will auch. .___. Aber die Liebe ist so kompliziert…
Mary: ne die ist einfach nur beschissen … und scheiße
Journey: Das ist dasselbe XD

„Und scheiße, ich bin bis aufs Knochenmark verliebt…“

Posted by Journey

Kategorie: Allgemein

Autor: Journey

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1 Kommentar        

Danke! <3 🙂
Wies beim Arzt lief kannst du übrigens auf meinem Blog nachlesen ;D
ich glaube, unsere Pläne mit Sport / Chemie / Literatur / Philosophie hauen hin!
Wenigstens etwas! Denk an dich <3

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