Verliebt

Drei „abgefuckt“ gute Gedichte

Ich gebe das Wort „abgefuckt“ in das Suchfeld für die Dateisuche meines Macbooks ein, weil ich eine bestimmte Textpassage suche. In den Untiefen meiner Dokumente finde ich aber nur eine Datei namens „Lui-Zitateee“ und öffne sie. Dann beginne ich zu lesen. Den Kopf zu schütteln. Laut zu lachen! …und werde gegen Ende des 14 Seitigen Dokuments  nachdenklich. Darin steht echt mal wirklich alles und nichts. Ich habe damals ohne Struktur und Sinn alle möglichen mir relevant erscheinenden geistigen Eingebungen und Ergüsse gespeichert, die ich teilweise auf Facebook oder im SchülerVZ oder woanders gepostet habe oder posten wollte oderoderoder…

Unter all den kurzen Sätzen und gesellschaftskritisch-revolutionären Abhandlungen finden sich aber auch folgende Gedichte, die ich euch nicht vorenthalten möchte und nun (leicht angepasst) veröffentliche und vertont habe:

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Blogstöckchen – Epischer Fragebogen

Momentan ist es hier ja recht still… Das liegt daran, dass ich neben meiner Arbeit auch täglich für mehrere Stunden damit beschäftigt bin, in der Vergangenheit zu kramen und (wie bereits hier angedacht) damit begonnen habe, meine Autobiografie zu verfassen (ja, ich wage es!).
P. aus M., der sozusagen die erste Person war, der ich mich Anfang 2007 mit all meinen Gedanken auf schriftlichem Weg anvertraut habe, hatte tatsächlich noch die alten ICQ-Chatverläufe und fast alle Mails von damals und die lese ich mir gerade durch, genauso wie das Kneipentagebuch und eben alles-und-nichts von Anfang an… das ist definitiv keine leichte Aufgabe, aber unglaublich bereichernd!

Beim Stöbern bin ich jedenfalls über ein altes Blogstöckchen von Januar 2011 gestolpert und weil mir gerade irgendwie danach ist, reposte ich es hiermit und fülle es mit neuen  Erkenntnissen von 2021. : )

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Schmerz des Getrenntseins

Der Schmerz des Getrenntseins – wie fühlt er sich an?
Davor – Im Moment der Vorstellung davon – unerträglich.
Im Getrenntsein – einfach nur leer. Wie eine unfassbar mächtig große Leere.

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Angst vor Nähe. Angst vor Distanz. Angst vor der Angst.

Wenn ich zurückdenke an meine Art mit Beziehungen und Menschen umzugehen, dann wird mir deutlich bewusst, wie sehr ich mich im Grunde die letzten Jahre dagegen gesträubt habe. Zwar habe ich es immer und immer wieder versucht und war auch sehr offen jedem gegenüber, aber eigentlich hatte ich Angst. Angst davor, dass sich irgendwann irgendein Schlüssel in irgendeiner Tür umdrehen wird, hinter der ich wohne. Angst, dass jemand meine vier Wände betreten und in mein Reich eindringen könnte, ohne dass ich es wirklich will. Angst vor zu viel dominanter Nähe eines anderen Menschen, die mich erdrücken könnte.

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Katzen streicheln für Anfänger

Du siehst sie: In etwa zehn Metern Entfernung schlendert eine Katze elegant und einladend am Wegrand entlang. Sie hat dich natürlich schon längst entdeckt, bleibt stehen und setzt sich. Blickt dir versonnen in die Augen. Das weckt den Anschein, sie wäre zutraulich und würde auf dich warten. Doch im Grunde hält sie sich die Flucht in alle Richtungen offen. Im Grunde ist sie ein freies Wesen, das dir vielleicht näher kommen, sich dir aber nicht unterwerfen wird. Wenn du genau hinsiehst, liegt darin auch ihre Schönheit.

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The Story of Observer

Manchmal passieren sehr sehr seltsame Verknüpfungen im Leben und eins führt auf unerklärliche Weise irgendwie zum Anderen. Manche nennen es Zufall, andere Schicksal. Manche Erlebnisse sind schrecklich, andere wundervoll. Am Ende jedoch schreibt das Leben einfach die unglaublichsten Geschichten…

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Für mich ist Liebe…

Für mich ist Liebe,
mein komplettes Ich
in deins legen zu können.
Mit all meinen Sinnen,
meinen Schwächen.
Stark zu sein,
wenn du es nicht kannst.
Schwäche zuzulassen;
sie zulassen zu können.
Mit dir eins zu sein
auf so vielen Ebenen.
Neben dir einschlafen zu können.
Es zu wollen.
Dich bei mir zu wollen.
Aber auch,
dich loslassen zu können.
Zu wissen,
dass du wiederkommst.
Dich jedes Mal willkommen zu heißen,
als wäre es eine Ewigkeit.
Dich willkommen zu heißen
wie definitive Ewigkeit.

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Von Texten zu Gedanken zu uns… zu Gedanken zu Texten zu uns

Und es existieren Ansammlungen von Ansammlungen von Texten…
Quillen aus den Ordnern
Der Festplatte
Den Notizbüchern
Was suche ich, wenn ich wieder einmal eines aufschlage?
Eine Antwort?
Vielleicht eine Versicherung, ob manche Gedanken ewig denkbar sein werden?
Wie viel davon, was damals so präsent war, bin eigentlich heute noch ich?
Wer ist ich?

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