Ich denke…

…es ist der perfekte Zeitpunkt zum Schreiben. Wir haben zwar gerade zwanzig vor zwei, aber meine rebellierende und in alle Einzelteile zerstückelte Seele will heute Nacht noch das loswerden, was mir den Lebensabend mal wieder versaut hat.

Ich gebe zu, ich bin nicht die mutigste. Keineswegs. Aber heute Abend wollte ich tanzen. Wenn’s sein muss auch alleine. Und ich bin wirklich keine so miserable Tänzerin, dass man sich über mich lustig machen muss.
Ich frage mich, warum.
Ist es so witzig, jemandem den Abend zu versauen, wenn dieser jemand sogar der „Jugend“ eine Chance gibt? Die Jugend, die sich andauernd über mich lustig gemacht hat. Die Jugend, die meinen muss, mir blöde Sätze an den Kopf zu werfen um sich besser zu fühlen. Und genau diese Jugend, diese besoffene, asoziale Jugend, hat es wieder einmal geschafft, dass ich heulend, wie ein kleines Mädchen auf der Toilette verschwunden bin. Ich sah nur noch meine beste Freundin mit ihrem zukünftigen Typen und wünschte mich weg. Weit weg. Zurück nach V. Oder irgendwohin, wo Leute meine Texte wirklich lesen und die vielen Fassaden dahinter erkennen. Irgendwohin, wo ich jemandem etwas bedeute. Und dann wurde mir klar, dass es diesen einen Ort vermutlich nicht gibt und nie geben wird. Und dann wollte ich tot sein. Oder noch besser: Nie gewesen sein!

Heute ist mir etwas klar geworden. Egal, ob ich dick, dünn, hässlich, schön oder sonst etwas bin. Ich werde immer die sein, die ich bin. Und immer wird es irgendeinen Grund geben, mich fertig machen zu müssen. Und ich habe diese schreckliche Ahnung, dass das nie endet. Dass mich bis an mein Lebensende Jugendliche fertig machen werden.
Und ich frage mich, warum.
Warum? Warum fühle ich nur so viel? Und warum macht mich das zu einem Menschen, der nahe am Tod lebt? Warum rennen diese gefühllosen oberflächlichen Penner auf der Welt rum und suchen gerade mich aus um sich daran zu ergötzen?
Würde ich nicht so verdammt viel bei jeder Aussage fühlen, so würde ich vielleicht besser leben. Aber mich nicht als eine eigenständige, vielleicht auch etwas besondere Person sehen.
Und das allerschlimmste ist. Im September geht es wieder los. Schule. Jugendliche. Deren Blicke…
Ich will wirklich ernsthaft etwas lernen und mein Abitur meistern. Doch ich habe Angst, dass ich es nicht schaffe, weil ich wieder von irgendjemandem das Opfer bin. Weil ich denke. Weil ich anders bin und fähig bin eine Meinung zu haben und sie zu formulieren.

Und ich merke nicht mal mehr, wie mir Tränen die Wangen hinunterlaufen. Ich merke nichts mehr. Nur, dass ich in den Augen junger Leute immer eine Versagerin bin.

Und ich denke zurück, an eine Zeit, in der ich akzeptiert wurde. Doch ich kann nirgends mehr hin. Nicht zu den Jungen, allgemein. Und nicht zu den Alten, wegen Jo….

Gute Nacht…ich denke, die wird mir gut tun…

Posted by Journey

Kategorie: Allgemein

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3 Kommentare        

Hallo meine Liebe!
Glaub mir, irgendwann werden Menschen kommen, die dich verstehen und mit denen du deinen und ihren Weg gemeinsam gehen wirst!!
Und man ist immer nur so viel „Opfer“ wie man es zulässt… Manche haben diese Haltung gepachtet – aber man kann sein Selbstbewusstsein stärken und etwas dagegen tun zum Opfer gemacht zu werden!!
Ich glaube an dich und denke an dich :-)
Glg Cori

Hallo Cori!
Es ist schwerer, als du denkst. Denn je mehr Selbstbewusstsein ich habe, desto mehr will man es mir nehmen. Zerstören. In den Boden rammen und drauftreten. Und ich bin mir nicht einmal sicher, woher dieser Wille kommt, und ob er für die Beteiligten überhaupt existiert.

Ich bin irgendwie schlauer als vorher und gleichzeitig wusste ich es doch schon lange: Die Welt ändert sich nicht. Und Jugendliche, egal von welcher Schule, egal welche Nationalität, werden immer so reden, wie sie reden. Sie selbst wissen nicht, dass sie damit Leben zerstören, Amokläufer und Selbstmöreder erschaffen. Doch das ist denen egal. Weil sie sich nicht vorstellen können, was das bedeutet.

Danke für dein Kommentar und dir auch ganz liebe Grüße zurück
Journey

Guten Abend :)
Wollte Dir nur sagen ich lese deinen Blog und werde das auch weiterhin tun. Ich weiß es ist immer leichter gesagt als getan, aber Kopf hoch und versuch drüber zu stehen!
Liebe Grüße

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