Monatsrückblick März ’25

Negatives (Gedanken/Gefühle, von denen ich im Moment des Denkens/Fühlens überzeugt gewesen bin):

  • „Ich hasse meinen Körper“ (im Zusammenhang mit sportlichen Aktivitäten, die ich machen sollte… (muss…!!) …und was ich beim besten Willen nicht hinbekomme, da mein Unwille wieder so extrem groß geworden ist…)
  • Manchmal habe ich Angst, dass Observer und ich keine Zukunft haben werden und dass unsere Beziehung an der Realität zerbrechen wird. Weil wir eben nicht nur von Luft und Liebe leben können… weil das irgendwann nicht ausreichen wird. Ja, manchmal habe ich Angst, dass wir uns da etwas vormachen. In der Liebe und Zuneigung füreinander gewiss nicht… vielmehr macht mir Angst, dass wir die Umsetzung im Alltag niemals hinbekommen werden.
  • Beim Zahnarzt, als mir meine Zahnärztin mitgeteilt hat, dass die Krone gut verklebt sei und wohl der ganze Zahn wackelt… Anfangs meinte sie noch, dass das davon kommen könnte, dass ich gestresst sei, meine Schiene nachts nicht trage und dass das eben die Reaktion auf das zu harte Körnerbrötchen gewesen sei, auf das ich gebissen hatte. Ich habe mir dann das Röntgenbild des armen Zahns angesehen und als ich alleine war, kamen mir echt die Tränen, weil ich so Mitleid mit dem Zahn hatte… und mir die gesamte Situation (Arbeitslosigkeit, die ganze abgefuckte Geschichte mit MR, Observers Situation, die Sorgen anderer, mein zukünftiges Leben am finanziellen Limit,…) vielleicht doch mehr zusetzt als angenommen. Und das, obwohl ich echt alles voll gut im Griff habe…
  • „Boah sind das viele Leute… ich kann das nicht“, dachte ich mir, als ich eigentlich auf ein Frühlingskonzert von meiner alten Schule (dem guten, bösen Gymnasium…) gehen wollte. Aber bereits eine halbe Stunde davor standen da so viele Menschen vor dem Kirchensaal, dass ich Angst bekommen und von weitem entschieden habe, lieber doch nicht reinzugehen…
  • Als meine Panik, die ich sehr oft vor Telefonaten habe, mich wieder mal komplett gelähmt hat und ich beim Gedanken daran, dass ich nicht drumherum komme, in Tränen ausgebrochen bin. Das hat mich echt geschlaucht… und ich verfluchte einfach alles in diesem Moment! Mich, die Welt und dass man nicht überall Onlinetermine ausmachen oder einfach persönlich hingehen und sein Anliegen schildern kann. Aber die meisten Physiopraxen bieten das eben nicht an. Da muss man dann anrufen oder eine Mail schreiben, was darauf hinauslaufen wird, dass die mich dann anrufen. Das Warten darauf ist bei mir allerdings mit noch mehr Stress verbunden. Ja, ich hasse es wirklich… ich hasse es so sehr, dass ich das Rezept wohl nicht einlösen werde und einfach verfallen lasse…

 

Positives (Gedanken/Gefühle, von denen ich im Moment des Denkens/Fühlens überzeugt gewesen bin):

  • Ich freue mich sehr auf meine Ausbildung und das, was kommen wird! Ab dem 15. September geht es los. : )
  • Dankbarkeit und Liebe für Observer!
  • Das schöne Gefühl, voller Power frühmorgens Dinge zu erledigen!
  • „Ich habe echt alles so verdammt gut im Griff und kann stolz auf mich sein!“
    Diesen Gedanken hatte ich ein paar mal in diesem Monat, als ich mich um meinen BAföG-Antrag gekümmert habe und um mein „Nebeneinkommen“ zum Arbeitslosengeld. Ja, das klingt, so wie es da steht, erst mal ziemlich banal… aber was man dafür alles wissen sollte, um sich möglichen Stress zu ersparen, ist wirklich enorm. Meine Organisation in all diesen Dingen ist zudem unglaublich untypisch für Menschen mit AD(H)S. Die Tatsache, dass ich jedoch etliche „neurotypische“ Menschen kenne, die das auch kaum hinbekommen bzw. sich schwer damit tun und ich einen Weg gefunden habe, mich trotz des Handicaps zu organisieren, macht mir aber Mut und gibt mir auch irgendwie Kraft.

 

Mehrere schöne Begegnungen mit anderen Menschen:

  • Observer und ich sind ein paar Leuten aus meiner damaligen Kneipenzeit begegnet, was irgendwie echt cool war.
  • Die Netto-Kassiererin, die mir total ans Herz gewachsen ist. Ich ihr glaube ich auch… und Observer ebenfalls. : )
  • Die Frau, die eines Morgens die grelle Sonne ebenso verflucht hat wie ich: „Ich geb ihnen recht, jemand könnt’s Licht ausmachen!!!“
  • Die Frau mit dem Hund, der ich so oft begegne.
  • Ein Mann, den ich vom Busfahren kenne. Er war mal Politiker bei den Linken und wir unterhalten uns immer sehr nett. Mittlerweile kennt ihn auch Observer.
  • Mit den beiden Frauen beim BAföG-Amt, die sehr fasziniert gewesen sind von meiner Organisation und wie gut ich vorbereitet war.
  • Mit dem Veganer, den ich das letzte Jahr auf einer Technoveranstaltung kennen gelernt hatte. Einmal haben wir uns zufällig im Zug getroffen und einen Tag später haben wir dann nach langer Zeit mal wieder Tischtennis gespielt.
  • Ein Schaffner im Zug, der so unglaublich lieb erklärt hat, was ich nun machen muss, als es Probleme mit meiner Chipkarte gab.
  • Die letzte „Sitzung“ mit meiner Therapeutin. Zum Schluss haben wir uns herzlich umarmt. Die letzten Termine waren eigentlich auch nicht mehr wie Therapie, eher wie ein monatlicher Austausch unter sehr guten Bekannten. Notwendig waren sie aus therapeutischer Sicht nicht mehr, aber menschlich doch sehr schön. Nun ist sie Rentnerin, aber da ihre Praxis bei mir um die Ecke ist und sie auch dort wohnt, werden wir uns wohl auch mal zum Spazierengehen verabreden.
  • Mit dem Mann von der Studie „Lebensqualität und soziale Sicherung“, bei der ich seit etwa 12 Jahren mitmache. Einmal im Jahr kommt dazu jemand zu mir, der mich interviewt. Er war jetzt das dritte Mal da, davor waren es immer wieder mal andere. Ich habe ja eigentlich ungern Besuch, freue mich aber jedes Mal, wenn er da ist. Er wünscht mir jedenfalls alles Gute für meinen Weg und ich hoffe, er macht das noch eine Weile und bekommt die nächsten Jahre mit, da er Rentner und auch schon etwas älter ist…

 

Erlebnisse:

  • 03/02/25: „Fasnet Mentig“ mit Observer (hier wird ja ziemlich heftig die 5. Jahreszeit gefeiert und Observer hat das als Nordlicht bisher noch nicht so wirklich mitbekommen. Wir haben uns daher ein bisschen was von den Umzügen angesehen und waren in der Stadt mitten im „Narrentreiben“ unterwegs, was ich nicht mehr gemacht habe seit …äh… 2009?!)
  • 05/03/25: Familytreffen mit allen wegen des unglaublich wichtigen Themas „Vorsorgevollmacht“
  • 06/03/25: die Veranstaltung „Richie Arndt Fotoshow“ mit Observer besucht
  • 07/03/25: eine kleinere Kneipentour mit Observer… die wirklich sehr klein ausgefallen ist, da fast alle Kneipen zu hatten. Nach Fasnet brauchen die hier wohl auch erst mal eine Pause…
  • 09/03/25: Unterwegs gewesen in K. mit Observer (leider haben wir meinen ehemaligen Nachbarn diesmal nicht gesehen)
  • 10/03/25: ein letztes Treffen bei meinen Eltern bevor Observer wieder gefahren ist
  • 12/03/25: Abschied von Observer in Karlsruhe, wohin ich ihn ein Stück weit mit dem Zug begleitet habe. Von dort aus ist er dann weiter nach Hamburg gefahren.
  • 27/03/25: Welttheatertag (war zugegebenermaßen anders als erwartet, weil es eher was für Kinder war… aber auch lustig!)

 

Worauf ich mich in nächsten Monat freue:

  • Endlich meinen neuen Ausbildungsbetrieb besser kennen zu lernen!
  • Vielleicht mal wieder tanzen zu gehen…
  • Mein Buch zu veröffentlichen! (Vielleicht wird es aber auch Mai… das hängt von meinen Lektoren Observer und dem Steppenwolf ab… und ob es (noch) einige Katastrophen enthält, die ich übersehen habe… und ob ich es schaffe, einen guten Klappentext zu verfassen… ach ja… und ob mir ein passender Titel einfällt! So ganz fertig ist es also wohl doch noch nicht…)
  • Hoffentlich mehr Klarheit über die Zukunft meines Zahns zu bekommen…
  • Den Weg des Künstlers weiterzugehen (Dieses Buch hatte ich zuletzt 2006 gelesen/durchgearbeitet… und irgendwie mag ich das jetzt noch mal machen. : ) )

 

wichtige Erkenntnisse:

  • Observer fehlt mir schon ziemlich… ich würde mir wirklich wünschen, dass wir etwas näher zusammen wohnen.
  • Eigentlich ist es mir schon lange bekannt: Ich bin ein Mensch, der einfach konkrete Termine braucht. Datum. Uhrzeit. Punkt. Und das am besten früh genug. Mich an die Spontanität anderer anzupassen tut mir definitiv nicht gut und ich werde mich aus Schuld- oder Verpflichtungsgefühlen ihnen gegenüber nicht mehr darauf einlassen. Ich denke, auch meine spontanen Mitmenschen wollen ebenso wenig, dass ich mich schlecht fühle. Jetzt muss man nur eine Lösung finden, wie man sich am besten mal wieder sehen könnte…
  • Manchmal kann man einem Menschen nicht helfen… und muss es auch nicht. Ich merke auch: Ich will es gar nicht mehr… Es klingt hart, vielleicht auch herzlos, aber die Fähigkeit, anderen zu helfen, hat eben ihre Grenzen. Meine ist vorerst erreicht. Vielleicht finden MR und ich eines Tages (wieder) als Freunde zusammen. Aktuell denke ich, dass es besser ist, wenn jeder seinen eigenen Weg geht. Ich wünsche ihm aber wirklich ehrlich, dass er einen findet… und vor allem sich selbst findet…
  • Ich bin nicht daran Schuld, dass mein ehemaliger Chef und (ebenso ehemaliger) bester Freund MR jetzt Insolvenz anmelden musste. Mit Sicherheit habe ich einiges durch meine Entscheidung zu gehen in Gang gesetzt… aber in den Sand gesetzt habe ich es dadurch nicht. Das hat eher seine Krankheit.

 

Gedanken / Themen, die mich auch noch beschäftigt haben:

  • ICE-Verbindungen nach Hamburg und zurück
  • Mein Schlaf… ich habe mich gefragt, ob ich Schlafstörungen habe oder es normal ist, dass ich nachts nach 4-5 Stunden aufwache, dann 1-2 Stunden irgendetwas mache (lesen, schreiben, Kekse essen,…), weil ich dann einfach zu wach zum Weiterschlafen bin… um dann wieder für 3-4 Stunden weiterzuschlafen. Scheinbar ist das bei manchen Menschen „normal“, kann aber auch Gewohnheit sein/werden. 8h am Stück durchzuschlafen gelingt mir jedenfalls extrem selten. Dann muss ich schon echt verdammt müde sein. Aber – und das ist das entscheidende – das ist egal, solange ich genug Schlaf bekomme und die wichtigsten Schlafphasen durchmache. Seitdem schlafe ich zwar nicht durch, aber entspannter. Und ich träume in der zweiten Hälfte meist ziemlich schräge, aber interessante Geschichten.
  • Mein Zahn…
  • Was man eigentlich essen sollte/darf… und wie man durch sein Konsumverhalten am wenigsten der Umwelt schadet (das frage ich mich eigentlich permanent… vielleicht auch etwas zu viel, sodass es mir immer schwerer fällt zu entscheiden, was ich einkaufe und koche…)
  • Wie toxisch es eigentlich ist, wenn sich zwei Menschen voneinander abhängig machen, selbst wenn es in bester Absicht geschieht und es so scheint, als würden sie sich perfekt ergänzen. Irgendwann bricht das Konstrukt in sich zusammen und das ist spätestens dann der Fall, wenn ein Element wegbricht. Wenn einer stark genug (geworden) ist, alleine zu stehen. Dann fällt der andere erst mal ins Bodenlose…
  • Mein Nacken bzw. die krassen Verspannungen.
  • Mein BAföG-Antrag, der wirklich äußerst kompliziert ist bzw. viel Krams erfordert, den man hier und dort besorgen muss. Immerhin sind meine Eltern durch mein Alter raus! Müsste ich deren Einkommen auch noch angeben, würde ich mein Vorhaben mit der Ausbildung vermutlich abbrechen… bzw. hätte keine Chance, weil der Antrag dann definitiv abgelehnt werden würde und ich zu stolz bin, um Hilfe von ihnen anzunehmen.
  • Dass meine Chipkarte vom Deutschlandticket mich im Stich gelassen hat und als ungültig angezeigt wurde, weshalb ich während einer eigentlich entspannten Bahntour einen extremen Act hatte.

 

Dinge, über die ich gerne gebloggt hätte (und zum Teil schon angefangen habe):

  • mein Fazit vom Konsumbuch
  • übers Schreiben
  • übers Zugfahren
  • über Begegnungen, Momente und Erfahrungen, die nur entstehen, weil etwas anderes nicht so gelaufen ist wie geplant oder einen ein spontaner Impuls irgendwohin geführt hat… und dass ich dieses Gefühl liebe! : )
  • was mich von anderen Menschen mit AD(H)S unterscheidet + wie ich über AD(H)S-Influencer denke
  • dass wir uns unserer Sterblichkeit bewusster werden sollten… weil wir dadurch vielleicht mehr in die Lage kämen, anderen zu Lebzeiten all das Elementare zu sagen, von dem wir uns hinterher oft vorwerfen, es nicht gesagt zu haben

 

+++Was ich diesen Monat gemacht/erreicht habe:

Das füge ich mal neu hinzu, weil es glaube ich auch wichtig ist, sich das zu notieren, um es nicht zu vergessen… und weil ich mich oft frage, was ich eigentlich alles so gemacht/erreicht habe. Seitdem ich eigentlich arbeitslos bin und mehr Zeit denn je haben sollte, frage ich mich das häufiger…

  • meinen BAföG-Antrag enorm angestupst (inkl. Besuch beim BAföG-Amt, der Schule, der AOK, wieder der Schule,…+heraussuchen und beschaffen diverser Dokumente)
  • mich für die Berufsschule im September angemeldet
  • tatsächlich noch mal über 30h für MR gearbeitet und eine Maschine bearbeitet
  • angefangen im Keller meiner Eltern Ordnung zu machen
  • alten Steuer- und Papierkrams von meinem Dad aussortiert bzw. entsorgt
  • die Vorsorgevollmacht-Geschichte mit meiner Family enorm angestupst
  • für die komplizierte Arbeitsamt-Arbeitslosigkeits-Nebenverdienst-Geschichte eine Lösung gefunden
  • mein Buch soweit fertig bekommen, dass ich es den Probelesern geben konnte
  • eine neue Deutschlandticket-Chipkarte besorgt
  • mich um meinen Zahn gekümmert

 

Übersicht aller Blogartikel des Monats:

 

Bücher, die ich (zu Ende) gelesen habe:

  • Ingeborg Bachmann: Der gute Gott von Manhattan
  • Frank Trentmann: Die Geschichte des Konsums (JA, ich habe es ENDLICH nach mehr als 7 Monaten durchgelesen! ; D)
  • Benedict Wells: Die Geschichten in uns
  • Benedict Wells: Fast genial

Posted by Journey

Kategorie: Allgemein

Autor: Journey

«      |     

Schreibe einen Kommentar