Chancenlos auf dem Büchermarkt?

Wie wird man zu einem Jemand, zu einem Autor, wenn man aus dem Niemandsland kommt und keine Ahnung von der Materie hat?
Wenn man selbst an sich stetig zweifelt und einen nichts, was man tut, weiterbringt?
Wenn einen alles vom großen Ziel abzuhalten scheint?
Wenn man sein Talent infrage stellt und einfach nicht mehr weiter weiß…

Ich gehöre einer Art Unterschicht an. Die Unterschicht der Schreiberlinge, die allesamt mehr oder weniger Talent haben und von denen sich jeder freuen würde, wenn mal ebenso spontan ein Verleger über den Blog oder das Tagebuch stolpert. Das ist aber nicht die Realität. In der Realität zählt eher weniger das Talent, sondern wer du bist/zu wem du wirst/was du daraus machst.
Doch das einzige, was das Talent bei vielen macht, ist brachliegen und vor sich hinvegetieren. Aber existiert es unter diesen Umständen überhaupt? Und habe ich als 20-jährige überhaupt das Recht zu behaupten, dass ich es habe, wo ich doch ein Niemand bin, im Gegensatz zu großer Weltliteratur?

Ab und zu kommt zwar ein guter Einfall und die Muse küsst mich, aber was nützt es mir? Was nützt mir das genialste Gedicht, die treffendste Kurzgeschichte, wenn ich sie einfach nur im Blog veröffentliche, wo sie dann auf immer und ewig meist kommentarlos verstaubt, weil sich die meisten Menschen nicht dafür interessieren, wenn sie deinen Namen nicht aus dem Bücherregal der Buchhandlung kennen (falls sie denn lesen)?
Auf Dauer bekommt man davon nicht gerade das größte Selbstbewusstsein und Vertrauen in sein Talent schon gar nicht. Die ganze Geschichte ist bei mir einfach ein Wechselspiel von Zweifeln und Mut…letzteres wird immer seltener, da ich trotz einigem wenigen Feedback immer mehr das Gefühl habe, dass ich nicht gut genug für das Schreiben bin und meine Gedichte nicht genial, meine Kurzgeschichten nicht treffend genug sind. Sondern alles nur ein Chaos aus Buchstaben ist…

Es gibt so viele Leute, die Chancen im Überfluss bekommen. Und nicht mal alle davon haben Talent. Sie haben einfach nur Beziehungen zu Leuten, die aus nichts Geld machen können. Und sie haben einen Namen, der ihnen die Welt öffnet. Namenlose wie ich dürfen sich das alles, was diesen Personen in die Wiege gelegt wurde, erst mühsam und sehr hart erkämpfen. Und der Weg ist nicht leicht, wenn man nicht weiß, wie man ihn bestreiten soll. Und irgendwann, geht einem auch die Kraft aus. Es ist meiner Meinung nach auch nicht möglich, sich einfach hoch zu kämpfen, wenn man nur will. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, heißt es in der Theorie. In der Praxis sieht das leider anders aus. Man kann nicht an jedem Schreibwettbewerb mitmachen und an 10000 Verlage schreiben, um ein Jemand zu werden. Und man kann nicht eben mal so ein Buch der Weltliteratur schreiben…

…Aber wie wird man denn nun ein Schriftsteller…ein Jemand?

Wo fängt er an, wie geht er weiter, wie verläuft er und wo hört er auf? Der Weg nach oben…

Posted by Journey

Kategorie: Allgemein

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3 Kommentare        

Viele Fragen.
Aber geht es darum, nach oben zu kommen, um jemand zu sein oder ist es nicht wichtiger, sich ausdrücken zu wollen und das auch zu tun, um jemand zu sein?
Der Weg ist jedenfalls kein leichter, aber er muss begangen werden.Mit Vitamin B kann jemand aus einem Nichttalent etwas machen.
Man kann ohne Vitamin B aus sich selbst etwas machen. Das ist wichtiger aber es bedarf der Ausdauer und dem ständigen Willen, sich verbessern zu wollen.

Nein, ich will nach oben, ich will die Leute mit meinen Texten erreichen. Von meiner Position als Niemand aus ist das nicht leicht.
Und der Weg muss nicht begangen werden, aber ich WILL ihn gehen. Ich will nicht mit Arbeitslosengeld enden, auch wenn ich immer wieder mal daran denke. Zum Glück immer seltener, da ich den Moment nutze und so immer besser werde. Ein Hoch auf die Psychologen und mein Gespür für Hormone. ; )

Hi,
Das hört sich ja nach dem typischen Motivationstief an. Das ereilt jeden dann und wann. Selbst die großen Schriftsteller der Weltliteratur fallen hin und wieder in diese Regression zurück. Uns Schreiberlinge, die wir noch ganz am Anfang stehen, ereilen diese Selbstzweifel natürlich öfter.
Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass es so gut wie kein Feedback gibt, wenn du die Geschichten im Blog oder auf der eigenen Homepage veröffentlichst. Ich sehe gerade deine Besucherzahlen. Glaubst du, die wenigen kommentieren auch noch deine Geschichten? Such doch gezielt nach Orten, wo du ehrliches Feedback bekommst und deine Geschichten tatsächlich gelesen werden. Der Weg zum erfolgreichen Schriftsteller ist hart, sehr hart und nur durch bedingungslose Selbstdisziplin zu schaffen. Aber es ist machbar.
Vielleicht solltest du auch für den Anfang deine Ziele nicht so hoch setzen. Du redest gleich von den Weltliteraten, vergleichst dich mit denen, obwohl das völlig irreal ist. Das sind Leute, die schreiben seit Jahren, haben Stunde um Stunde mit ihrem Lektor zusammengesessen und wissen, worauf es jeweils ankommt. Wir, die wir das „Vergnügen“ noch nicht haben, können nur mutmaßen und hier und da Feedback zu unseren Texten zusammenklauben. Ein großer Schriftsteller hat das nicht nötig. Er bekommt unendlich viel Rückmeldung zu seinen Romanen, kann an sich arbeiten. Es läuft sozusagen von selbst.
Du kannst auch nicht annehmen, dass Verlage oder Agenten über deine Geschichten stolpern oder an deinem Blog hängenbleiben. Das haben die nicht nötig. Die haben so viel zu tun, dass sie sicherlich nicht im Internet nach neuen Talenten recherchieren. Vergiss es. Du musst ihnen mit deinen Texten ins Bewusstsein drängen. Sie müssen deine Texte lesen und davon überzeugt sein, dass du es wert bist, finanziell gefördert zu werden.
Also ist der Weg der, den du bereits ausgeschlossen hast. Wettbewerbe. Doch die Konkurrenz bei den Wettbewereb ist enorm, so dass du schon sehr gut sein musst, um dort mal etwas zu landen. EInfacher ist es, in Literaturzeitschriften zu veröffentlichen. Am einfachsten dann, wenn es kein Honorar oder sonstwas gibt. Da ist nämlich der Andrang auch nicht so hoch und deine Chancen, wahrgenommen zu werden, steigen! Und jede Veröffentlichung motiviert! Beginne also am besten, dir ein Forum zu suchen, wo du dich über deine Texte austauschen kannst. Zum Beispiel http://www.textartmagazin.de/phpBB2 oder http://www.forum.schreibaufgabe.de. Letzteres ist sehr gut, weil du dort Schreibaufgaben bekommst, die du dann gemeinsam besprechen kannst. Wenn du dann also über den Zustand deiner Schreibkunst klarer geworden bist, dann schreibe die Literaturzeitschriften an, oder versuche es weiter mit Wettbewerben. Hin und wiede rbekommst du nämlich auch dort Rückmeldung, was an deinen Texten gut oder schlecht ist.
Und irgendwann schreibst du dein Buch. Ob du allerdings jemals ein großer Schriftsteller wirst, hängt leider nur zum Teil von dir ab. Das angesprochene Vitamin B ist übrigens Unsinn. Die Verlage denken rein wirtschaftlich. Und wenn sie durch dich, der durch Vitamin B zu ihnen gekommen ist, Gefahr laufen, Minus zu machen, dann stoßen sie dich ab. Entweder man kann schreiben oder man kann es nicht. Vitamin B ist eher unerheblich. Lediglich Prominente haben ihren Status als Bonus, um etwas zu veröffentlichen. Aber dnek an die Wirtschaftlichkeit. Es geht nicht um ihre nicht vorhandene Kunst des Schreibens, sondern nur um den Namen. Bohlen veröffenlticht ein Buch? Prima, der spült Geld in die Kasse, weil er der Bohlen ist.
Natürlich gehört auch ein Quentchen Glück dazu, ein überaus erfolgreicher Schriftsteller zu werden. Triff die richtige Nische, erkennen den Geschmack der Masse, dann schreibst du sogenannte Bestseller.
Gib den Mut nicht auf.

Liebe Grüße,
Kaius
http://www.kaiseuthe.de

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