Ich fasse es nicht…

Kaum macht sich ein Gedanke, ein Gefühl, ein irgendetwas, das mit Liebe zu tun hat, in mir breit, ist es vorbei mit meiner positiven Haltung.
Das ist wie ein Kampf in mir. Meistens schreie ich mich dabei selbst an und mache mich runter, damit ich wegen irgendetwas anderem leide, nur nicht wegen Liebe…aber es klappt nicht. So oft ich mein Mantra „Du kannst nichts, du bist nichts.“ wiederhole, der Gedanke an die Person ist doch stärker. Ich kann das jetzt einfach nicht gebrauchen. Für Liebe habe ich weder Zeit noch die Nerven.
Allerdings weiß ich, dass gegenseitige Sympathie herrscht. Nur weiß ich nicht, ob es eine gute Idee wäre, in diese Richtung weiter zu gehen. Man liest ja, wohin mich Liebe immer bringt. Und ich habe Angst, dass es noch mal so kommt. Ich will nicht immer und immer wieder am Abgrund stehen müssen. Ich stand zwar erst drei Mal da, aber das reicht. Andere verlieben sich jede Woche neu. Ich weiß gar nicht, wie das gehen soll. Meine Hormone drehen zum Glück nicht so durch. Es reicht, wenn ich einmal richtig liebe. Dann bin ich kuriert und erst mal traumatisiert für eine Weile.
Und eigentlich bleibt das auch so. Ein Schutzmechanismus. Ja nicht verlieben! Ja nicht wieder am Ende sein und sterben wollen, weil Liebe immer der dicke herzförmige Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen gebracht und mir jegliche Kraft geraubt hat.
Aber andererseits denkt ein anderer Teil in mir: „Warum nicht mal was wagen? Warum sich dagegen wehren?“ Ich denke es doch jedes Mal… Der einzige, bei dem ich blind geliebt habe, war Jo. Bei Kai (der übriges von überall im Internet verschwunden ist) war es so, dass ich erst überlegen musste, ob ich mich auf dieses Gefühl der Liebe einlassen möchte. Und da ich doof war, habe ich es eben zugelassen und es war stärker, als ich gedacht hatte. Ich hätte auch einfach nach außen hin kalt bleiben können und innen das Gefühl somit abtöten können. Aber es wurde dann einfach zu stark…

Und jetzt? Die Alarmglocken läuten, spitze Gegenstände werden im voraus entfernt und es wird ein Plan erstellt. Andererseits wird wieder alles schwarz gemalt und ich suche alle Fehler an mir, die mich nicht liebenswert machen. Aber leider ist nichts da, das sich Liebe noch in den Weg stellt.
Also doch? Man kann das alles ja sowieso nicht aufhalten. Nicht mehr. Also werde ich mal wieder schweigend über mich ergehen lassen, dass mein zweites emotionales Ich bei jeder SMS auf den Balkon rennt und mit einem Grinsen im Gesicht in die weite ruhige Straße „Juhuu“ schreit. Ich werde zusehen, wie ihr das Herz aufgeht bei den grammatikalisch korrekten SMS von ihm. Werde zusehen, wie sie bei jedem Klingeln erwartungsvoll auf ihr Handy sieht, das sie überall hin mitnimmt. Sogar in die Badewanne. Und ich werde mich damit abfinden müssen, dass diese Person tanzend durch den Tag rennt und dauernd auf die Schnauze fliegt. Ich werde zusehen und sehen, wie es bei uns immer höher hinaus geht und am Ende falle ich mit runter. In meiner Rationalität werde ich wieder einmal nüchtern der emotionalen naiven und kaputten Person erklären müssen: „Siehste, ich hab’s dir ja gesagt!“ Und dann zähle ich auf, warum das von vorne herein zum Scheitern verurteilt war.

Ich werde zusehen, wie wir beide immer tiefer fallen. Es beginnt die Leidensphase und das Fehlersuchen bei sich selbst und nicht bei dem Arsch, der uns verlassen hat, uns nicht liebt, uns einfach bescheuert findet. Das kann man ihm auch schlecht vorwerfen.
Alle Männer werden wieder Arschlöcher sein, ich als rationaler Teil von uns werde Notsitzungen bei Dr.D. einlegen müssen. Und dann, irgendwann, ist die Liebe wieder vorbei. Für eine Weile. Man kann nur hoffen, dass die Phase des Vergessens nicht so lange andauert…

Doch schreckt mich das jetzt ab? Schreckt einen das Ende ab, wenn man gerade in den Anfängen ist? Nein. Natürlich nicht. Hat ja auch niemand behauptet, dass Liebe im Sinne von Beziehungen einen Sinn macht. Man vergisst alles vergangene Leid, um am Ende noch tiefer zu fallen. Und ich sehe es jetzt schon. Ich sehe mich schon fallen. Ganz, ganz tief.

Das einzige, das sich mit in den Weg stellt, ist der Drang, nicht alle Kerle in einen Topf werfen zu wollen. Ich will so nicht enden. So oberflächlich und gemein.
Und deshalb verliebe ich mich?
In der Hoffnung, es ist einer dabei, der mich versteht, der mich nach Hause bringt. Einer von drei Millionen

Ehrlich gesagt…ich verstehe es selbst nicht. Aber eins kann ich mit Sicherheit sagen. Ich bin unzurechnungsfähig, ich höre nicht zu. Ich starre auf mein Handy. Ich bin verliebt.
Und ich dachte, das kommt nur alle drei Jahre vor…

Jeder Gedanke, jedes korrekt geschriebene Wort, jedes Mal, wenn ich eine schuldbewusst klingende Stimme am Hörer höre, stelle ich mir vor, dass nichts ist. Und im Nachhinein ist doch was. Im Nachhinein redet mein Kopf und mein Herz schreibt dann das hier. Mein Herz, das leidet und an einen Kerl denkt, den ich noch nicht mal kenne. Den ich unbedacht mit dem Gedanken angequatscht habe: „Scheiß drauf, den siehst du nie wieder.“
Pech. Siehste doch. Jedes Mal, wenn du die Augen schließt und dein Kopf denkt nicht mehr und dein Herz wird schwer.
Liebe…
Mord, aber süß…

Posted by Journey

Kategorie: Allgemein

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