Von der Liebe zum Alkohol(iker)

Was macht eine Frau, die nichts besseres zu tun hat als ab und zu arbeiten zu gehen, die ganze Zeit irgendwelche fröhlich-bedrückenden Lieder zu hören und ein Buch nach dem anderen zu lesen? Eine Frau, die sich Geschichten ausdenkt, nur um nicht über ihr eigenes trostloses Los nachzudenken? Eine Frau, die nicht mehr fähig ist, diese Geschichten aufzuschreiben und deshalb zu folgendem schweren, tragischen, wirklich schwachsinnigen Entschluss kommt: „Ich will mich verlieben!“

Und natürlich passiert das dieser Frau…sie verliebt sich. In einen Mann, der 29 Jahre älter ist und absolut kein Interesse an ihr hat. Er hat kein Interesse an Frauen. Nur an sich. Er ist nämlich ein Egomane. Ein Schizo. Und ein Abhängiger zugleich. Er lebt am liebsten nur davon, in die Kneipe zu gehen, Leute dumm anzumachen und ihnen die nackte Wahrheit aufzuzwingen. Nämlich wie sie sind. Was sie falsch machen. Und wie toll er natürlich ist. Es traut sich niemand sich zu wehren. Er stellt alles auch so geschickt an, dass man ihm nichts nachweisen kann. Doch eines Abends kommt er zu ihr. Und es geschieht, was niemals geschehen durfte: Sie ist wirklich verliebt. Für sie existiert nur noch dieser Mann Und sie wehrt sich heftig gegen seine Argumente. Sie macht ihn regelrecht fertig. Sie hat sein größtes Problem schon längst erkannt. Er ertränkt alles in Alkohol.

Und nun besteht die einzigen Überlegungen in ihrem Kopf aus folgenden Dingen: Bin ich intelligent genug um es mit einem 47-jährigen mit Alles-schon-erlebt-Gehabe aufzunehmen? Bin ich überhaupt attraktiv? WAS ist sein Problem?
Immerhin langweilt sie sich nicht mehr…doch es kommt wie es kommen muss: Zur Eskalation. Und das nicht nur ein einem Abend….sie will nämlich kämpfen. Sie liebt ihn so dermaßen, dass sie nicht merkt, dass sie von vornherein verloren hat. Aber sie verliert. Immer wieder. Stück für Stück. Sich.

Und so beschließt sie, obwohl er ihr eine Muse in Sachen Schreiben und Leben war, ihn beim nächsten mal freundlich mit dem für ihn passenden Namen zu begrüßen: „Arschloch.“

Ach herrje, was man nicht alles erlebt, wenn man was erleben will…: )

Posted by Journey

Kategorie: Allgemein

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