Manchmal muss man einen Cut ziehen, durchbrechen, beenden, neues beginnen, ausbrechen aus dem ewigen Trott des Alltags.
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Es ist schon irgendwie peinlich, wenn man seinen Geburtstag vergisst. Ich werde heute sieben! Und wie geht es mir? Mies. Richtig mies…ich dachte eigentlich, dass ich das mit den fehlenden paar Gramm Antidepressiva besser wegstecke, aber offenbar war das zu positiv gedacht. Ich wusste doch, dass mir das einfach nicht steht.
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Ich liege wach, drehe mich und wende mich und meine Gedanken finden keine Ruhe. Sie kreisen um den Job/ die Ausbildung und das, was danach kommt. Ich will gar nicht mehr, dass was kommt. Die Welt da draußen macht mir Angst. Große Angst. Und alles ist so kompliziert geworden…ich verspüre den Wunsch, einfach wegzulaufen, nur um zu dann wahrscheinlich mal wieder zu merken, dass die Probleme in meinem Kopf bleiben und mir wie ein Killerbienenschwarm überall hin folgen. Aber woraus bestehen sie?
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Es musste ja der Tag kommen, an dem die Illusion dem weicht, was man „Realität“ nennt. Und dabei nützt es rein gar nichts, sich auch weiterhin an sein Selbst mit seiner kleinen schönen Welt zu klammern, denn das Spiel ist aus, die Party gelaufen und mit einem Mal erklingt nur noch der Tinitus in der Stille. Uns sonst? Sonst ist da nichts. Nur die Erkenntnis, dass man sich noch mittendrin befindet, obwohl da nichts mehr ist.
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In Kürze beobachtete ich an allen meinen Bekannten dieselbe Erscheinung – das Ergebnis des Umstandes, daß jeder eine Person, eine klare Figur vorzustellen genötigt wird, während doch keiner sein eigenstes Wesen kennt.
[Hermann Hesse – Peter Camenzind]
Und ich kenne das auch.
Ich kenne das Gefühl nur zu gut, „mehrere“ zu sein. Nicht geteilt in grundverschiedene Persönlichkeiten, wie es z.B. nach diversen Traumata der Fall ist. Nein, meine Persönlichkeit bleibt dieselbe. (Denke ich zumindest…) Nur etwas anderes in mir verändert sich, versucht alles zu hinterfragen und „beide Seiten zu sehen“, bis die gewaltige Masse an Möglichkeiten mein verwirrtes und zerschlissenes Selbst erdrückt und ich mich mehr denn je frage, wer ich denn nun eigentlich bin, wo meine Prinzipien liegen und warum ich sie eigentlich breche, als gäbe es keine und als wäre alles möglich und erwünscht und keineswegs seltsam.
Und immerzu hallt in der einsamen und doch von Charakterzügen überfüllten Stille dieselbe Antwort wider:
alles und nichts!
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Das, was ich vor dir zu sein pflege, ist mit sicherer Bestimmtheit nicht das, von dem du annimmst, dass ich es tatsächlich bin. Vor dir spiele ich nur eine situationsbedingte Rolle…eine von vielen Rollen, die sich mit jenen summieren, die wiederum andere mir zuschreiben, vor denen ich wiederum jemand anderes bin
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…und stellst dich nun doch spontan auf die Waage. Erst springt sie nicht an und du wirst nervöser. Sie wurde ja lange nicht benutzt…vielleicht ist sie endlich hinüber? Du steigst noch mal ab und wartest, bis die endgültig den Geist aufgibt, aber wie durch ein Wunder erscheinen die zwei drohenden Nullen vor dir mit dem kleinen „kg“ dahinter. Jetzt oder nie…
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