Mit einem Mal wird es still in mir. Ruhig. Ich fühle mich dem Tod näher als je zuvor und doch so weit weg.
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Ich liege auf der Couch von Kai. Er hat mich für heute Abend aufgenommen, da ich ihn angerufen habe und naja…sagen wir mal nicht sehr gesund geklungen haben muss. Ich habe geweint und einfach nur gefragt, ob ich kommen kann, da es mir beschissen geht. Das ist sonst nicht meine Art. Aber ich konnte nicht anders. Ich kenne mich und habe daher Angst vor dem gehabt, was mich erwarten würde. Kontrollverlust und der übliche Mist…wie all die Tage zuvor. Und das wollte ich nicht.
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Unkontrolliertes Ich. Gefangen in sich selbst. Kann sich nicht entscheiden. Zwischen Panik und hysterischem Lachen. Zwischen Angst und Gleichgültigkeit. Kann nicht loslassen. Keinen klaren Gedanken fassen. Und doch fasst es letztendlich einen Entschluss. Es läuft weg, denn es muss etwas tun. So geht das nicht weiter. Das Gefühl der Zerrissenheit lässt über beinahe zwei Tage nicht nach. Es mag wenig klingen, aber ist doch zu viel. Zu viel für mich, mein Herz und meine Psyche.
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Manchmal brennt in meinem Kopf eine Sicherung durch und das fühlt sich genau so an. Komplette Überlastung. CPU-Auslastung 100%. Kurzschluss. Und dann lege ich auf, muss Gespräche abbrechen, gehe offline ohne mich zu verabschieden. Ich muss einfach alleine nachdenken, mich wieder normal werden lassen.
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Ich schlage gegen den Schrank. Alles so unbegreiflich. Ich fange an zu lachen, wie immer. Es ist doch alles so lustig! So bekloppt, dass es nur mir passieren kann. Und noch während ich lache kommen mir die Tränen…ich sinke zu Boden und weiß einfach nicht mehr weiter…
Und wenn ich zur Arbeit laufe, schmettere ich meine Kippen auf den Boden, obwohl ich die noch nicht zu Ende geraucht habe. Ich muss mitten im Weg stehen bleiben, weil es mein Herz zerreißt. Ich lasse fast alles fallen, weil meine Hände zittern wie Espenlaub. Und am liebsten würde ich mich ganz klein machen…und schlagen. Mir den Gnadenstoß verpassen, weil ich will, dass das alles endlich ein Ende nimmt. Weil ich es verdient habe.
Und doch bin ich nie fähig, den letzten Schnitt zu wagen.
Ich schneide neben die Pulsader und es passiert nichts. Ich schärfe in Trance perfekt das große Küchenmesser und…
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Das schlimmste ist nicht das Ereignis an sich, sondern dass du es kommen gesehen hast. Dass du diese Zweifel, diese Angst, all das schon im Voraus gespürt hast. Und dass nun alles bestätigt wird. Dass Vertrauen gebrochen wird. Dass du es mal wieder warst, die Bitch, die nicht gut genug war. Das Arschloch, das noch ein Herz besitzt, obwohl so was nicht mal eine Abwrackprämie verdient hätte. Yeah, fuck of love!
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Naja, wie und wo soll ich anfangen? Ich bin mit meiner „Familie“ fertig. Für einen kurzen Moment habe ich sogar daran gedacht, meinen Namen zu ändern. Ehrlich. Aber ich werde mit den Psychologen in der Klinik noch reden, denn ich fühle mich richtig schlecht, so wie das nun ist. Nicht, weil ich bereue, was ich heute alles gesagt habe, sondern weil ich nun noch mehr Probleme habe…aber ich habe einfach nicht mehr die Kraft, diesen mir fremden Menschen irgendetwas vorzuspielen…die heile Welt ist gestorben. Tot.
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