Nenn es nicht Date!

So meine Lieben… Ich dachte, dass ich mal in einer Liste zusammentrage, was ich so im Bezug auf meinen…ähmmm…“Datingverschleiß“ für sinnvoll erachte.
Geschrieben habe ich das bereits vor über einer Woche, also vor meinem letzten Date, das mir wieder ein Stückchen mehr die Augen geöffnet hat (weil ich mich an all diese Punkte gehalten habe bis auf den letzten…und ohne den ist wohl alles sinnlos). Mittlerweile sehe ich das natürlich anders, weiß aber wieder mehr, was ich wirklich nicht „suche“.
Momentan wächst in mir der Wunsch nach etwas, das ich jetzt mal Seelenliebe nenne. Aber da feile ich noch am Text, da es nichts ist, das mit meiner Devise gedacht-geschrieben-perfekt! umzusetzen ist.

Unfassbar, dass ich noch vor einer Woche dachte, mir selbst einen Plan fürs Daten erstellen zu können. Der mag vielleicht funktionieren, wenn man „normal“ ist und etwas Normales „sucht“. Obwohl…vermutlich mag der auch da scheitern…aber vielleicht nicht so schnell…
Die Tipps stammen übrigens sowohl aus den Erkenntnissen der letzten Dates als auch aus meiner Gruppentherapie, in der ich mein „Problem“ mal vorgetragen habe. Das war sozusagen das Ergebnis….:

1. wenn du dich verabredest, dann nenn‘ es nicht Date!
Das macht Angst, weckt komische Erwartungen und hat bisher nur Unglück gebracht. Nenn‘ es Treffen, Meeting, Verabredung,…gib dem ganzen von vorne herein nicht noch mehr Bedeutung durch den Namen.

2. bleib in BaWü!
Man spart Geld, Zeit und Nerven!

3. bleib nicht über Nacht!
Denn wenn’s gut läuft landet ihr in einem Bett und du haust ab, wenns schlecht läuft in zwei und du haust trotzdem ab.

4. sieh das nicht als „Sport“!
Hör auf, dich mit jedem treffen zu wollen, weil du so verdammt neugierig bist. Frag dich lieber zwei Mal, ob es das wert ist und renn nicht naiv irgendwohin (ans Ende der Welt, siehe 2.) in der Hoffnung, dass etwas anderes passiert als sonst. Das wird es nicht.

5. skype bitte vorher!
Ich hasse skypen, aber ja, ich weiß, es ist notwendig…raten mir auch alle. Aber im Grunde mag ich nicht mal telefonieren…es gibt nur zwei Menschen auf der Welt, mit denen ich gerne telefoniere, den Rest meiner Freunde und Bekanntschaften mag ich auch, stehe aber lieber den Personen gegenüber.

6. geh Kaffee trinken!
Das ist keine so üble Idee und knüpft zudem an Punkt 2 und 3 an, denn man fährt nicht mal eben schnell für einen Kaffee ans andere Ende von Deutschland…

7. finde die goldene Mitte!
Falls die Person dann dann doch mehr als 100 km weiter weg wohnt, trefft euch in der Mitte.

8. keine Psychos!
Der Punkt fällt mir schwer, da es nichts Faszinierenderes gibt, als der bodenlose Abgrund der menschlichen Psyche…vielleicht sollte ich es so formulieren: 8. keine Psychos, die sich nicht mit sich und ihrer Umgebung auseinander setzen!

9. niemand ü40!
Dieser Punkt ist sogar noch schwieriger, da gerade dieses Alter eine unglaubliche Faszination auf mich ausübt… immerhin wird der Altersunterschied zu den 40ern mit jedem Jahr geringer…

10. lass Hollywood in Ruhe!
Wenn ich ehrlich bin, mag ich die gängige Vorstellung einer Beziehung (vor allem die durch Hollywood geprägte) überhaupt nicht. Ich will keine Kinder, glaube nicht ernsthaft daran, dass es ein „für immer“ gibt und finde heiraten, Händchen halten, Fernsehabende und „Wirsein“ überwiegend suspekt. Warum zum Teufel denke ich dann, dass ich das brauche? Vielleicht, weil es menschlich ist und ich Angst habe, so beziehungsunfähig zu enden…aber vielleicht bin ich das auch aus gutem Grund? Vielleicht gibt mir eine klassische Beziehung einfach nichts? Vielleicht sollte ich mich daher von dem Gedanken lösen, dass der Werdegang einer Beziehung festgeschrieben steht? Stattdessen sollte ich lieber verinnerlichen, dass es zum einen verschiedene Formen davon gibt wie in etwa rein sexuell, nur platonisch, Freundschaft+ ohne Verpflichtungen, die klassische Ehe mit und ohne Kind, Karrierepaare,…zum anderen sollte ich dazu stehen, wenn ich lieber alleine bleibe. Denn wenn ich keinen Kerl brauche, dann sollte ich auch keinen „suchen“ und keine Dates…ähm…Meetings! haben. Ich renne vielleicht nicht grundlos weg…oder fehlt mir nur die richtige Pers…
LASS ES!
Okay, Ich habe Arbeit, Freunde, mich…und stehe zum ersten Mal mit meinen beiden dürren Zahnstochern fest im Leben…warum das alles für ein „Wir“ aufgeben, nur um des „Wir“s willen?

11. vergiss alles wieder außer 10.!
Wenn du dich verliebst rennst du eh lachend ins Verderben!

 

Posted by Journey

Kategorie: Allgemein

Autor: Journey

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8 Kommentare        

Fernsehabende sind doch toll. Man erlebt etwas gemeinsam. Man erzeugt gemeinsame Erinnerungen, die auf seltsame Art zusammenschweißen (Fernsehabende als tägliche Routine verhindern natürlich Beziehung! Und Schrott-Filme sind auch nicht so gut.).

Händchenhalten ist supertoll. Neben der erotischen Komponente vermittelt es enge Zusammengehörigkeit (auch das nutzt sich natürlich ab). Schon kleine Kinder halten ihre Eltern an der Hand. Das scheint ihnen ein wichtiges Geborgenheitsgefühl zu geben.

> Vielleicht gibt mir eine klassische Beziehung einfach nichts?
Jeder Mensch ist eben anders. Gott sei dank 🙂

Hmm…Ich bin da wohl ganz anders… : )

Die Frage ist nur: Wer oder was gibt mir etwas? Diejenigen, die das alles ähnlich sehen wie ich, sind mir dann doch wieder zu extrem und suspekt…

Muss es denn jemand sein, der das alles ähnlich sieht wie du?
Vielleicht reicht es ja, wenn er manches ähnlich sieht (für die Geborgenheit) und ihr euch zusätzlich gegenseitig in fremde Welten führen lasst (für die Spannung, fürs neue Dinge kennenlernen).
Muss ja nicht Händchenhalten sein 😉

Nee, da hast du auch wieder recht. Nochmal mich würde mich wohl auf Dauer in den Wahnsinn treiben… : )
Und ich bin noch am Rätseln wie das alles so funktioniert und zusammenhängt…und ob ich überhaupt jemanden an meiner Seite möchte. Da wäre zwar jetzt jemand, aber mich bringt das eher wieder aus meinem Gleichgewicht…irgendwie drehe ich mich ziemlich im Kreis…
Händchenhalten ist schon ganz nett. Aber ich glaube, ich kenne das einfach nicht und kann deshalb nicht so wirklich was damit anfangen…oder ich bin zu stolz, vor anderen und mir zuzugeben, dass das mehr als „ganz nett“ ist? Aber warum? Mir fällt gerade auch extrem auf, dass ich zwar bisher Beziehungen hatte, aber sowas nie so wirklich darin vorgekommen ist. Oder habe ich es verdrängt?

Ich vermute mal, der schwierigste Punkt ist für mich, mich auf den letzten einzulassen…

> und ob ich überhaupt jemanden an meiner Seite möchte.
> …irgendwie drehe ich mich ziemlich im Kreis…

Hm. Tja, wer sollte Dir da einen Rat geben?
Außer: Entspann Dich. Du hast alle Zeit der Welt. Warum nicht erstmal jemanden besser kennenlernen und sich erst später ein gemeinsames Leben mit ihm vorstellen?

> … vor anderen und mir zuzugeben, dass das mehr
> als „ganz nett“ ist? Aber warum?

Vielleicht, weil Händchenhalten ein bisschen ist wie Nichtstun, eine unproduktive, aber zeitraubenden Tätigkeit also, die Dir nicht so liegt 😉

> … aber sowas nie so wirklich
> darin vorgekommen ist.

Ist natürlich auch nicht jeder-Manns Sache. Würde mich wundern, wenn ein großer Prozentsatz der Männer das besonders mögen und anstreben. Aber ich kenne keine Studien 😉

Ich glaube, wenn ich erst mal im verworrenen Zustand bin (so wie jetzt), bringt mir kein Rat irgendetwas…
Den Rat mit der Entspannung habe ich hingegen von allen gehört, also sollte da wohl etwas dran sein. Umsetzen lässt er sich leider nicht wirklich bzw. gelingt mir das schon eine Weile…bis sich meine negativen Gedanken rächen…
Irgendwie bin ich einfach am entspanntesten, wenn ich all dem (und am besten allen Männern) aus dem Weg gehe…ich weiß, eigentlich wollte ich nicht aufgeben, aber ich frage mich allmählich ernsthaft, ob ich nicht am besten ohne irgendeinen Menschen an meiner Seite dran bin. Ich würde mich so gerne irren und diesen ganzen Kram lernen, der anderen so leicht zu fallen scheint…vor allem dieses Sich-auf-jemanden-Einlassen…im Grunde bewundere ich Menschen, die so sind, will selbst aber nie so sein?!
Man könnte meinen, dass ich nicht weiß, was ich will…dabei weiß ich das. Ich will alleine sein. Aber nicht aus Wille, eher aus Angst, Trotz…Alleinsein gibt mir Sicherheit. Ändert sich dieser Zustand, fühle ich mich unsicher und will das ganze am liebsten beenden…

Und ich kenne da auch keine Studie…aber Männer ergreifen in der Regel zuerst meine Hand. Umgekehrt ist das eher selten der Fall, kommt aber auch vor. Ganz so schrecklich bin ich wohl auch nicht…ich kann auch mal nichts tun…nur ist die Gefahr dann groß, dass ich dann gar nichts mehr mache…

Das Problem an der Sache mit dem „Keine Psychos“ ist, dass man die so schwer erkennt… oder meist, wenn es ohnehin schon viel zu spät ist.

Naja, ob ein Psycho an sich arbeitet ist relativ leicht zu erkennen. Im Idealfall spricht er nämlich darüber. ; )
Ich weiß aber, was du meinst… Es gibt auch (und vermutlich sind das wesentlich mehr) Psychos, die sich dessen nicht bewusst sind und dann andere mit reinziehen…die darunter leiden.

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