Logbuch #68

Ich glaube das allzu bekannte stressbedingte Auf und Ab holt mich gerade wieder etwas ein. Das liegt aber nicht daran, dass ich zu viel zu tun und zu wenig Zeit habe… eher das Gegenteil ist der Fall: Ich habe zu viel Zeit, in der ich Dinge tun könnte, die ich aber nicht mache, weil ich ja so viel Zeit habe…

…und gleichzeitig wird die Liste der nicht abgeschlossenen und zu erledigenden Dinge gefühlt immer länger. Es ist wirklich paradox, dass meine Motivation zu schwanken beginnt eben weil ich gerade so viel spontan und plötzlich frei habe. Aber ich will mich eigentlich nicht beschweren, denn es ist ja nicht so, als hätten wir keine Arbeit und coronabedingt nichts zu fotografieren. Es brennt nur gerade nichts an und mein Chef nutzt das, um Struktur zu schaffen, Prozesse zu optimieren, sich mit fernöstlicher Chaosbeseitigung zu beschäftigen. Mich beeindruckt das sehr, da er immer der Chaot von uns beiden war. Und es ehrt mich, dass ich laut seiner Aussage der Anreiz für all das bin (obwohl ich nicht mal da bin).
Gleichzeitig habe ich dann aber eben nichts Konkretes zu tun. Ich fühle mich jetzt nicht überflüssig, aber zu viel Zeit zu haben ist immer etwas gefährlich bei mir. Denn das verleitet mich zu Prokrastination, die bei mir so aussieht, dass ich zwar etwas mache, aber eben nicht unbedingt das, was ich am ehesten sollte. Oder ich lasse mir für die einzelnen Punkte sehr viel Zeit.

Vielleicht übertreibe ich auch etwas und ich sollte erst mal wieder meine Unruhe im Kopf beseitigen. Ich bin mir aber schon mal sicher, dass da faktisch echt nicht so viele Sachen auf meiner Liste stehen werden und es mal wieder der Grad der Überwindung ist, welcher manches schwerer wirken lässt, als es eigentlich ist.

Wenn ich morgen im Laufe des Tages jedenfalls nicht das meiste „schwerste“ davon erledigt bekomme, sollte ich eventuell wieder meine Punkteliste einführen, die ich mir vor Jahren mal im Urlaub ausgedacht habe, um nicht zu viel Zeit vor der Playstation zu verbringen und mein Leben zu vernachlässigen. Da habe ich auf meiner To-Do-Liste Punkte vergeben für die einzelnen Tätigkeiten je nach Überwindungsgrad. (z.B. Arzt anrufen – 7P, einkaufen – 3P, Wäsche waschen – 2P, …) Ab einer bestimmten Punktzahl habe ich es mir dann quasi verdient weiterzuzocken.
Vielleicht ist das eine seltsame Methode, die man wohl eher bei Kindern anwendet und nicht bei sich selbst… aber mir hat das damals echt geholfen.

Posted by Journey

Kategorie: Logbuch

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