Logbuch #19

Die Kunst ist es positiv zu bleiben in einer Welt, die gerade mehr denn je von schlechten Nachrichten, Verschwörungstheorien und Angstmache regelrecht „infiziert“ wird.

Doch ich will am liebsten einfach eine naive Träumerin bleiben. Will mir meine Welt erschaffen, in der alles möglich ist. Auch ein komplett neues (Wirtschafts)system, weil ich das bisherige als einen Grund für Leid sehe.

Und gleichzeitig will ich auf dem Boden der Tatsachen und Realist bleiben. Ich will nicht wegsehen oder mich verschließen. Will versuchen die Dinge neutral mit meinem Verstand zu erfassen, mich nicht überwiegend davon runterziehen zu lassen und alles berücksichtigen auf der Suche nach der Wahrheit.

Doch was ist die Wahrheit?

Ich wünsche mir gerade mehr denn je einen Leak, der beweist, dass wirklich alles ist wie es ist. Dass das kein größerer Plan von irgendjemandem ist, um irgendwas zu Maximieren oder uns absichtlich zu versklaven.

Und da drehe ich mich im Kreis, denn was erhoffe ich mir wirklich davon? Es ist wieder der Wunsch einer naiven Träumerin, die sich einfach mehr Harmonie in dieser Welt wünscht. Mehr Vertrauen. Mehr Respekt. Mehr Liebe.
Doch ich weiß zugleich, dass das wohl etwas ist, das definitiv nicht von heute auf morgen zustande kommt…

Es gibt das Böse, ja. Es gibt machtbesessene im Grunde sehr sehr arme Menschen. Es gibt Menschen, die andere Menschen quälen, fertig machen, zerstören und darin ihre Befriedigung suchen. Es gibt zerrüttete Familien und „die Fortpflanzung von Leid“. Es gibt Pech. Schicksalsschläge…
Aber ist das alles wirklich ein Grund, gar nicht erst an das Gute zu glauben und daran, dass wir Menschen nicht von Grund auf böse sind? Oft werden wir doch dazu gemacht.
Und das macht es uns gewiss schwerer. Vor allem, wenn man seinen Fokus durch all das, was man erlebt hat, eher auf das Negative lenkt und auf einen Schuldigen an der ganzen Misere unseres Lebens.

Versteht mich bitte nicht falsch; ich kann und will keinem vorschreiben was richtig ist oder definieren, was „das Gute“ denn eigentlich sein soll. Ich will auch gar nicht werten, nur mögliche Zusammenhänge benennen und verstehen. Warum Menschen handeln wie sie handeln. Warum so viele ihr Glück im Außen suchen und nicht in sich und nicht merken, dass sie das eigentlich unglücklich macht.

Ich bin kein perfekter Mensch. Und es ist auch nicht mein Ziel, das zu werden oder mich zu profilieren. Vielmehr will ich versuchen durch meine oft entwaffnende Offenheit und Ehrlichkeit das nach außen zu tragen, was in mir ist und darauf hoffen, dass es sich verbreitet. Wellen schlägt. Und irgendwann irgendwo ankommt bei irgendjemandem, der es braucht. Vielleicht kommt es auch wieder zu mir zurück? Daran glaube ich ebenso und gleichzeitig will ich es nicht erwarten.

Und ich will nicht umsonst gelebt haben.
Ich will das in mir da raus tragen bis ich sterbe.
Meine Gedanken offenlegen.
Die Ehrlichkeit leben.
Im hier und jetzt.
Für eine bessere Welt, in der wir Menschen von uns heraus glücklich sein können ohne die Angst, dass einer einem was wegnehmen könnte. Weil der wertvollste Besitz in uns ist: Die Liebe.

Niemals in der Welt hört Hass durch Hass auf. Hass hört durch Liebe auf. [Buddha]

Posted by Journey

Kategorie: Logbuch

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2 Kommentare        

Ich hoffe auch, dass das Negative, das Böse nicht noch mehr Platz einnimmt. Klar, auch ich träume von einer Welt, in der alle in Frieden und Einklang mit den Mitmenschen und der Natur leben.

Aber sind wir doch mal ehrlich: Gäbe es wirklich nichts Negatives mehr, wie könnten wir dann noch das Positive wertschätzen? Es darf eben „nur“ nicht die Überhand über unser allgemeines Denken und Handeln gewinnen.

Wow, das hast du gut in Worte gefasst! Sehe ich genau so.
Unsere Aufgabe als Menschen sollte es in meinen Augen sein, das Böse einerseits nicht einfach hinzunehmen, es andererseits aber auch nicht zu bekämpfen, denn ein Kampf ist immer negativ und macht alles nur noch schlimmer.
Ob ich die „Lösung“ dieser Aufgabe noch erleben werde, wage ich zu bezweifeln… aber ich wünsche es mir wirklich sehr für die Menschheit. Und ich habe die Vermutung, dass es stark damit zu tun hat, wie wir miteinander kommunizieren und was wir einander „mitgeben“, das sich nicht in Worte fassen lässt.

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