Feenmonster

Ich bin eine Fee
Das Glitzern in deinen Augen
Wenn du mich erblickst
Bin alles was du dir erträumen kannst
Bin deine Erfüllung
Erfülle dir Wunsch für Wunsch
Als gäbe es nur dich für mich
So bedingungslos
So lieb
So unschuldig und vertraut
So eins mit dir
Ich nehme die Gestalt deiner Begierde an und gebe dir das Gefühl für mich das eine andere existierende Wesen, ja mein Gegenstück zu sein
Doch im Inneren wissen wir beide irgendwo unter unserer Haut, in unserem Kopf, dass ich in Wahrheit auch nur ein Monster bin
Das dir schlaflose Nächte bereitet
Deinen Kopf platzen lässt
Dich in die Verzweiflung treibt und langsam sowie qualvoll ersticken lässt
Das dich erst blendet und irgendwann bemerkt, dass es ja noch andere Gestalten gibt, die es annehmen kann für andere Menschen in einer anderen Zeit
Es gibt so vieles zu spielen
Zu blenden
Zu verletzen
Und nie nimmt es das eine Ende
Nie sagt einem jemand, dass es das nun ist
Das eine und einzige Ende
Das Ankommen, von dem die hoffnungslos naiven Optimisten immer sprechen
Immer muss man weitersuchen
Weitermachen
Weiter blenden
Auf der Suche nach sich selbst
Grenzen testen
Überschreiten
Überschreiben
Wann ist etwas endgültig?
Beendet?
Vergangen?

Darf ich mich vorstellen:
Ich bin die Fee, das Monster

Posted by Journey

Kategorie: Gedichte

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2 Kommentare        

Ein schöner, aber auch trauriger Text.
Hierbei muss ich an eine ganz bestimmte Person denken. :-(

Weil du selbst (unbewusst) zu jemandem so warst oder es jemanden gibt, der zu dir so war?

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