Ein Niemandsleben

Ich war nicht in der Schule. Mir ging es heute morgen einfach zu mies. Ich möchte gar nicht wirklich daran denken…es war mir alles einfach zu viel. Ich verstehe gar nicht, warum das so ist. Ich mache ja nichts. Lernen tu ich nicht, lesen auch nicht, ich sitze nur unkonzentriert da und warte, bis der Tod an die Tür klopft. Es ist ein Trauerspiel. Meinen sonst so scharfen Verstand kann man in die nächste Tonne kicken. Und das alles nur, weil mein Herz und meine Emotionen sich mal wieder melden, da ich sie die ganze Zeit unterdrücke. Es ist schrecklich. Ich bin jetzt hin und hergerissen zwischen Gefühlen, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie überhaupt besitze und meinem Verstand, der immer mehr daran kaputt geht. Am liebsten wäre es mir in diesem Moment, nie wieder Gefühle zu haben, da sie sowieso nur Unglück bringen. Bzw. nur wenn ich sie auslebe, bringen sie Unglück. Und manchmal hasse ich mich dafür, dass ich so etwas wie Liebe und Sehnsucht nach all dem überhaupt noch fühle. Ich habe das gar nicht verdient…was man[n] mir auch immer wieder gerne bestätigt.

Aber wahrscheinlich mache ich mich nur selbst fertig…ich bin einfach nach und nach am Durchdrehen. Ich hasse mich so langsam immer mehr für all das hier. Ich kann einfach nicht alles geben, bis ich zusammenbreche. Ich tu es am Anfang schon. Ich kann einfach nicht lernen bis zum Umfallen und dafür mein Leben aufgeben, obwohl ich das echt nötig hätte, so schlecht, wie ich mir in der Schule vorkomme. Aber ich kann einfach nicht gut sein. Ich bin immer ausreichend. Und so fühle ich mich auch als Mensch. Ausreichend. Kaputt. Unnötig. Ballast. Zu schlecht. Komplett aus dem Gleichgewicht. Und das schlimmste kommt noch: Ich steh alleine da und keiner steht hinter mir und baut mich auf. Sobald sie vergeben sind, leben alle ganz woanders. Und ich? Selbst wenn ich den finden sollte, den ich suche und mich auch noch verlieben sollte, so wird diese Person entweder vergeben sein, kein Interesse an mir haben oder mir am Anfang weglaufen. In meinem Kopf existiert keine gegenseitige Liebe. Ich kann mir das einfach nicht vorstellen…aber dennoch fühle ich mich alleine und habe Sehnsucht nach ein bisschen Liebe. Das ist irgendwie paradox…und verstärkt mein Minderwertigkeitsgefühl noch mehr. Ich bin einfach nicht gut genug. Ich bin einfach zu dumm. Zu jung. Ich kann einfach nicht gut genug schreiben. Ich bekomme keine Geschichten zu Ende. Und im Grunde…ja im Grunde leiste ich rein gar nichts. Ich kann weder die Gesellschaft verändern, noch aus meinem Leben etwas Sinnvolles machen…ich schaffe es ja nicht einmal, morgens aufzustehen…

Manchmal würde ich mir am liebsten wehtun, um überhaupt irgendetwas zu spüren…na wenn es schon keine Liebe ist, dann soll es wenigstens die kühle Klinge eines Taschenmessers sein? Es ist Quatsch. Natürlich ist es Quatsch. Aber ich drehe echt durch…Tag für Tag mehr…doch…wen juckt’s? Vielleicht wäre alles besser, wenn ich hier einfach nicht wäre…ich kann mir ein einigermaßen glücklich verlaufendes Leben ja nicht einmal vorstellen. Vielleicht habe ich es nicht verdient…zum Kämpfen reicht meine Kraft jedenfalls nicht mehr. Ich bin am Ende. Doch ich weiß, dass mir keiner die Hand reichen wird. Ich muss alleine wieder aufstehen. Alleine alles regeln. Alleine leben. Es soll nicht so sein, dass jemals irgendwelche Menschen an meiner Seite bleiben. Es soll nichts sein.

Ich verachte mein Leben genauso, wie ich es mag. Aber ich kann es nicht mehr leben wie früher…es ist einfach aus und vorbei. Ich werde nie mehr die selbe sein. Wenn ich dieses Schuljahr nicht gut beende, dann suche ich mir einen Job und höre mit schreiben auf. Dann breche ich alles ab. Ich halte das alles einfach nicht mehr aus…ich bin einfach zu schlecht…zu kaputt..

Posted by Journey

Kategorie: Allgemein

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