Marks Theorie

Mark ist ein Bekannter von mir, der auch einmal in einer meiner Stammkneipen bedient hat. Irgendwann war ich mal mit ihm und seinem besten Freund unterwegs. Die zwei sind ziemlich jung, was mir komischerweise aber nichts ausgemacht hat, da Mark für seine Anfang 20 interessante Ansichten vom Leben hat.

Wir saßen an der Theke der chaotischsten Kneipe in ganz V. und unterhielten uns über Kommunikation. Damals war ich noch viel stiller als heute und habe mit niemandem geredet. Ich hatte immer Angst, was mein Gegenüber von mir denken würde und habe nur im Geiste darüber nachgedacht über was man reden könnte.

Seit diesem Abend allerdings habe ich keine Probleme damit, Leute anzusprechen. Mark hat mich nämlich extra sitzen gelassen und ist an das hinterste Ende der Theke gegangen. Ich war also alleine und er hat mich praktisch auf Distanz gezwungen, mehr aus mir herauszukommen. Seither rede ich mit den Leuten.

Kommunikationsprobleme habe ich auch eher selten, weil ich immer wieder noch was wissen und noch mehr fragen möchte. Ich interessiere mich sehr für das Leben anderer, was wohl etwas ungewöhnlich ist. Komischerweise bekomme ich die Leute immer irgendwie dazu, mir alles zu erzählen.

Die Tiefe der Gespräche scheint wohl vorhanden zu sein. Ich merke auch, dass es nicht nur an der Oberfläche kratzt, sondern ein gewisses Empfinden für mein Gegenüber da ist. Ein bisschen Bewunderung, wenn er in meinen Augen etwas Großes geleistet hat und es mir erzählt. Und all das geschieht auch dann, wenn ich diesen Jemand erst seit zwei Stunden kenne…

Marks Theorie hat mich damals jedenfalls in die Lage gebracht mit den Leuten zu reden. Und es hat mir enorm viel für mein Selbstbewusstsein gebracht.

Posted by Journey

Kategorie: Lerntagebuch

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