Gedichte

Ohne euch – Mit euch

Ohne euch
Geht es mir besser
Fühle ich mich freier
Selbstständiger
Kann ich wieder atmen
Ich sein
Und gleichzeitig ein anderer Mensch
Den ihr nicht kennt
Nicht verstehen würdet
Ich habe mich immer an andere gehalten
Nie an euch
Mir fehlte da die Anerkennung
Ihr habt ja immer nur meine Fehler gesehen
Nie wie ich wirklich bin
Was ich kann
Was andere an mir geschätzt haben
Ohne euch
Ist es jedoch schwieriger
Zu leben
Weil ich abhängig bin
Von eurem Geld
Weil ihr mir zu vieles zahlt
Wohnung, Versicherung, Taschengeld
Ich will das nicht
Es ist mir unangenehm
Und ich hasse diese Abhängigkeit
Das wisst ihr
Es ist nicht mein Ziel
Euch weiterhin auf der Tasche zu liegen
Ich habe nie viel verlangt
Wurde immer bescheidener
Wäre lieber verhungert
Als euch um mehr Geld zu bitten
 

Mit euch
Geht es mir einfach nicht gut
Fühle ich mich klein und schwach
Gerate ich an meine Grenzen
Immer und immer wieder
Fühle ich mich fremd
Kann ich nicht ich sein
Fühle mich wie ein kleines Kind
Das nichts kann
Wie Ballast
Mit euch
Fühle ich mich verpflichtet, eine Rolle zu spielen
Mich zu verbiegen für Geld
Verdränge ich meine Gefühle
Weil sie keiner verstehen oder gar hören mag
Mit euch
Ist alles eine Qual
Gezwungen
Ist alles oberflächlich ohne Tiefgrund
Mir fehlt da das Einfühlungsvermögen
Das Interesse am anderen
Doch das gibt es nicht
Jeder hat sein Leben
Und jeder lebt es
Für sich
Ohne Rücksicht auf andere
Mit euch
Verbindet mich nichts mehr
Kann ich mich nicht identifizieren
Der Zwang und die Abhängigkeit
Sind alles, was am Ende bleibt
Mit euch
Halte ich es so nicht mehr aus
Mit euch

Gehe ich kaputt

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Vergangenheitsbewältigung

Die Vergangenheit geht an mir vorbei
Lächelt mir zu und winkt
Dann verschwindet sie
Es löst sich das Bewusstsein
Vermischt sich mit bisher Unbewusstem
Innere Ruhe tritt ein
Steine fallen vom Herzen

[18.02.’11]

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Rauch

Der Rauch
Er steigt in die Luft
In Schwaden empor
Bis er verschwindet
Im Nichts
So scheint es
Doch die Luft wird unbewusst
Schwer und trüb
Man sieht sie an den Lichtquellen
Als Nebel
Als Rauch
Er ist überall
Nicht greifbar
Wie Luft
In die Lungen der Menschen wird er eingesogen
Stück für Stück tiefer
Und hinterlässt seine Spuren
Seinen Geschmack
Seine teuflische Sucht
Nach der etwas anderen Luft
Nach einem Stück Freiheit

[geschrieben: irgendwann 2008/09 in einer Kneipe]

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Egal…

Ich wage es nicht
Nach Hilfe zu fragen
Meinen Sorgen Luft zu machen
Kann mich nicht äußern
Nur in Verhalten
Suche ich Aufmerksamkeit
Doch nimmt keiner etwas ernst
Und in Wahrheit
Zerreißt es mich noch mehr

Aber es scheint egal

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Immer wenn ich dich seh‘

Immer wenn ich dich seh‘
Geht in dir die Sonne auf
Mein Herz
Klopft wie wild gegen die Brust
Ein Gefühl dem Zittern gleich
Glück strömt durch meine Adern
Ich werde ganz hibbelig
Muss etwas sagen
Um etwas zu sagen
Doch bringe ich nur Schweigen heraus
Wieder
Und wieder
Wird nie gebrochen
Beherrscht vom Kopf
Wer weiß wie lange

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