Break it!

Ich glaube, die Pause hat mir genau so gut wie schlecht getan. Fünf bis sechs Tage nichts schreiben. Fünf bis sechs Tage versuchen einfach so klarzukommen. Zu leben. Und das ist anfangs ziemlich hart.

Und ich habe einen Entschluss gefasst. Ich werde mal ganz unabsichtlich in die Kneipe kommen. Gesprächsstoff gibt es genug. Jedenfalls was mich betrifft. Man vermisst mich. Und ich glaube die Vermissen-Phase ist beim Rest der Welt gerade soweit, dass es sie jetzt umhauen wird, wenn ich wieder komme. Und zwar alle. Und ich denke, ich werde mich zur Abwechslung mal blond stellen, werde ausweichen, wenn man mir keine direkten Fragen stellt und ich werde blöde Antworten geben, falls man mich kritisieren wird.

Es wird einfach Zeit für ein wenig Action. Die letzten Wochen war mein Leben uninteressant. Ich sollte das ändern. Lotto spielen hat mir ja leider nichts gebracht. Wäre auch zu einfach. Dann wäre ich jetzt wohl nicht zu Hause am Laptop und würde brav meinen Blogeintrag schreiben. Dann wäre ich jetzt in Berlin. Oder irgendwo, wo mein Leben Zukunft hat. Ich will nicht in V. versauen!

Neues gibt es eher nicht. Jo habe ich nicht mehr gesehen. Nur den philosophischen Harry. Der vermisst mich extrem. Ich habe neulich zu ihm gemeint, ich würde wieder kommen, wenn ich einen Spielkameraden hätte, was bei uns das Wort für Freund ist. Ich habe zu ihm gemeint, ich wolle die alle damit niederschlagen.
Jetzt schlage ich sie so nieder.

Hört sich schwer nach einem Plan an. Aber ehrlich gesagt habe ich keinen. Ich werde einfach mal hingehen und sehen, ob es dasselbe ist wie früher. Wahrscheinlich nicht…aber egal. Ich habe zu einem großen Teil vergessen. Und es tut immer noch weh. Es tut weh, weil ich jemandem mehr Bedeutung geschenkt habe, als ich sollte. Und weil es vorbei ist. Endgültig.
Ich habe mein Leben gelebt, nur für den einen. Habe mich unter Druck gesetzt, damit er mich nicht weiter runterziehen konnte. Habe Dinge erreicht, die ich ohne die Muse Jo nicht geschafft hätte. Oder vielleicht doch? Da muss etwas nur wichtig genug sein…
Da findet man sogar Freunde, die WLAN und Speedport heißen.
Ich frage mich, ob ich wieder etwas finde, das mir Kraft gibt hier weg zu kommen…
Jo war kurz davor. Jo hat mir vieles klar gemacht. Aber es liegt an mir, ob ich es schaffe.

Ab und zu gibt es Tage, da will ich nicht aufstehen, sehe draußen Dunkelheit und drinnen Leben. Mich leben. Und mir gefällt das nicht. Weil das alles auch so dunkel ist. Aber dann investiere ich das alles ins Schreiben. Dann habe ich auf einmal wieder den Willen.
Aber natürlich, der Drang sterben zu wollen kommt nicht aus dem Nichts. Denn eigentlich will man ja leben. Nur man hat nicht die Kraft dazu, denkt zu viel nach und beschäftigt sich zu sehr mir dem, was hinter dem „Vorhang“ Leben gespielt wird.

Ich weiß nicht, ob das hier reinpasst. Aber ich wollte das schon lange online stellen…das ist ein Ausschnitt aus meinem Weihnachtsbrief, den niemand gelesen hat, als ich an dem Tag abgehauen bin. Ich mache mir nicht nochmal die Mühe für meine Eltern so was zu schreiben. Vielleicht muss es ja so sein, dass sie bis heute keine Ahnung haben, warum ich ab und zu einfach mal in mein Zimmer gehe um mich zu beruhigen. Vielleicht ist es ja normal, dass „Eltern“ nicht sehen, dass man Tränen in den Augen hat. Und es ist wohl genau so normal, dass es sie einen Dreck schert, warum… Und wenn ich dann mal was sage, haut man mir nur Dinge an den Kopf.
Aber lest selbst…

 

Sollte man eigentlich nicht immer bewusst lieben? Und nicht erst an andere denken, nur weil Weihnachten ist. Nur weil der Osterhase kommt. Oder nur, weil gerade irgendwer Geburtstag hat. Es ist viel verlangt, jeden Tag daran zu denken, dass man eigentlich nur durch die Liebe lebt. Und dieser Satz ist mehr als zweideutig. Aber ich sehe selten Liebe, wenn ich da rausgehe. Ich sehe nur Pärchen, aber keine Liebe. Pärchen, die meistens nicht wissen, was Liebe ist. Die so tun als ob sie lieben würden. Unbewusst, weil es ja heutzutage eine ungeschriebene Straftat ist alleine zu sein. Die nur aus irgendwelchen anderen Gründen zusammen sind.

Egal, was man macht. Es gibt immer zwei Seiten bei einer Medaille. Meistens ist es jedoch so, dass einem die andere unbegreiflich ist. Nicht einmal wert sie anzusehen. Aber sie ist dennoch da. Das Leben ist nicht empirisch. Doch solle es eurer Meinung nach so sein? Einseitig und keinerlei Relativität und Mut zum Anderen, zum Besonderen?

Ich beschäftige mich viel mit beiden Seiten, auch wenn man es mir nicht ansieht. Aber ich rede nie darüber. Wieso auch? Ihr würdet mich nur auslachen und wie immer als ein Kind und nicht als eine Person sehen, die zum eigenständigen Denken fähig ist. Wie jemand, der sich alles immer nur einbildet.

Aber wisst ihr, was mir das sagt? Es sagt mir, dass ich mir genauso gut die Kugel geben könnte. Wenn ich mir einbilde, dass mir kalt ist, obwohl euch warm zumute ist. Wenn ich mir einbilde, dass ich müde bin, obwohl ihr gerade voller Tatendrang in der Gegend rumrennt. Wenn ich mir einbilde, dass ich liebe, obwohl ihr nichts Liebenswertes an dieser Person sieht. Besteht das Leben etwa nur aus Einbildung?

Ich denke und fühle nach meinem Verstand und Herzen. Und nicht nach dem, wie die Mehrheit denkt und fühlt. Das macht mich zum Außenseiter, zur Verrückten in euren Augen. Aber geht mal einen Moment in euch und stellt euch zumindest einmal vor, dass das Ganze zwei Seiten hat. Ich könnte hier tausende Beispiele nennen, aber dann würdet ihr sie nur lesen. In eurem Kopf sollte es allerdings von selbst „Klick“ machen. Ihr könnt viele Tatsachen wegsperren. Irgendwo in einen Keller, wo Kisten mit Philosophie, Psychologie, Liebe und abnormalem Denken stehen. Ihr könnt schweigen, weil ihr nur die Kisten rausholt, die euch einfach erscheinen. Die Kisten sind eure Erziehung, eure Vorgabe für richtig und falsch und noch eine Kiste, die Leben heißt. Und in der steckt ihr drin, bis ihr euch traut mal in eine andere zu springen.

Das Leben lässt sich vielseitig darstellen und es ist doch ziemlich einseitig, wenn man nur sich und alles andere spiegelverkehrt im Spiegel sieht. Kann man nicht einfach den Mut besitzen sich umzudrehen und nicht der Realität, sondern seinem Innersten zu begegnen?

Posted by Journey

Kategorie: Allgemein

Autor: Journey

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