Logbuch #1 Krasse Zeiten..

So ihr Lieben… Ich glaube ich muss echt nicht erwähnen, was gerade alles so passiert…es sind vermutlich die krassesten Zeiten überhaupt. Denn wir haben es mit etwas zu tun, das einfach vor keinem Land Halt macht und das die ganze Welt betrifft! …und man kann jetzt jammern, durchdrehen, hamstern, seinen Egotrip weiterhin durchziehen, das Ganze runterspielen und nicht ernst nehmen, …aber ich jedenfalls nehme das zum Anlass, etwas zu ändern!

In erster Linie ist es für mich wichtiger als je zuvor auf mich zu achten, regelmäßiger und gesünder zu essen, Abstand von Belastendem zu halten, psychisch stabil zu bleiben, einen kühlen Kopf zu bewahren, Risiken zu meiden…und trotz der körperlichen Distanz soziale Kontakte zu pflegen.

Ich habe am Wochenende auch für mich die Entscheidung getroffen, ab jetzt von zu Hause aus zu arbeiten. Als Bildbearbeiterin ist das ja zum Glück möglich und mein Chef und bester Freund MR hat es auch akzeptiert (wobei es ihm vermutlich schwerer fällt als er zugibt, wenn ich nicht mehr so nah bin…).
Aber ich will weder mich gefährden noch daran Schuld sein, dass sich unbedacht ein Virus über mich verbreitet und jemanden wirklich gefährdet ohne dass ich es weiß…
Außerdem habe ich gerade auch nicht die Kraft zur Arbeit zu gehen, dem Untergang zu trotzen und mich gleichzeitig um mich zu kümmern… Das war schon die letzten Wochen sehr anstrengend für mich, da ich auch privat ständig unter Strom stand und so kaum zur Ruhe kam.
Durch die Arbeit von zu Hause aus und meine körperliche Distanz/Isolation von anderen fällt für mich somit im ersten Moment schon mal ein großer Stressfaktor weg. Ob das so bleibt wird sich zeigen. Aber ich sehe das noch positiv. Ich kann mittags z.B. kochen (selfcare!), mir alles einteilen und verdammt viel dazulernen. Besonders über mich und auch was die Kommunikation angeht (denn ich muss ja ab jetzt trotz Telefonaversion mehr telefonieren).

Und da ich das ganze ja – so tragisch es sich auch gestalten mag – als Chance für alle sehe, mal in sich zu gehen und zu erkennen was wirklich wichtig im Leben ist, will ich Tagebuch über das führen was ich so denke. Egal um was geht. Ich will wieder schreiben, was mir in den Sinn kommt! Wann, wenn nicht jetzt? Erleben werde ich zwar nicht sehr viel, aber mein Blog hat mir ja schon sehr oft in schwierigen Zeiten geholfen. Und ich glaube, dass das eine schwierige Zeit ist…aber für alle.

Ich würde lügen, wenn ich nicht auch Angst hätte vor dem, was da noch alles kommt. Es ist ja immerhin der Weltuntergang vor der Tür und meine Wenigkeit ist echt ganz alleine… Aber dann denke ich mir wiederum „Hey, was DU schon alles alleine gemacht hast! Was du dich alles traust! Wie oft du deinen Ängsten ins Gesicht blickst und dich ihnen stellst!“
Und nun stelle ich mich all dem, was da kommt…: Einem vollen Kühlschrank trotz Kühlschrankphobie, überwiegendem Telefonkontakt trotz Telefonphobie und nur sechs Rollen weißem Klopapier inklusive einer schwarzen für den Rest des Lebens!

 

In diesem Sinne: Bis morgen, passt auf euch und eure Mitmenschen auf!

Posted by Journey

Kategorie: Allgemein

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6 Kommentare        

Ui, da hast du ja schon viel geschrieben bei diesem „Blog im Blog“.

…aber ich jedenfalls nehme das zum Anlass, etwas zu ändern!

Da drücke ich die Daumen, dass das bei dir besser klappt als bei mir 😉

„Angst“ empfinde ich als falschen Begriff, „Unsicherheit“ trifft es zumindest bei mir eher. Und auch Weltuntergang … Die Welt und auch die Tiere werden das gut überstehen. Und selbst „Menschenvernichtung“ ist unpassend. Dafür gibt es auch heutzutage wohl noch ausreichend isoliert lebende Ureinwohner-Völker, die später die Erde wieder bevölkern können 😉

Ich hab zum Glück noch vor dem Corona-Einkaufswahn hierzulande eine Vorratspackung Toilettenpapier gekauft, kann das also recht entspannt sehen 😀

Huhu Schoko,
na bisher klappt das echt gut. Zumindest was das Bloggen angeht bin ich so fleißig wie noch nie. An was anderem schreibe ich gerade eher nicht. Da fehlt mir etwas die Muse. Ist aber auch nicht schlimm. ^^

Und ich wünsche dir, dass sich deine Unsicherheit etwas löst und du nicht nur dein Klopapier entspannt sehen kannst! : ) Lass uns an eine bessere Welt glauben!

Tja, es ist irgendwie alles so unwirklich. Gestern hörte ich einen Podcast mit einem Virologen. Er sagte, jede Schuldzuweisung sei hier deshalb so fehl am Platz, weil niemand, wirklich niemand, tatsächlich genaue Ahnung hat von dem, was gerade passiert. Die ganze Menschheit sammelt gerade erst Erfahrung und muss ausprobieren. Das ist nicht unsere bisherige Erfahrungswelt und irgendwie unwirklich.

Hinzu kommt, dass hierbei der Gedanke „Notfalls wander ich einfach aus“ einfach nicht mehr zieht :-)

Weiterhin hat jetzt eine Zeit des Wartens begonnen. Warten und nichts tun – beides nicht gerade die Stärke der meisten Menschen.
Dieses Warten kann das Bewusstsein erweitern oder zu einem Koller und Ausrasten führen, das werden wir sehen.

Aber uns bleibt nur Abwarten. Tatenlos abwarten, während wir es uns sehr gut gehen lassen (mein Kühlschrank ist auch voll und ich gehe viel in der Natur spazieren). Das ist nicht das Schlechteste :-)

Ich wünsche Dir eine schöne Wartezeit und bin gespannt, was sich hier auf Deinem Blog so tut …
Viele Grüße Pit

Hallo Pit,
„unwirklich“ trifft es wirklich gut. Beinahe wie in einem Roman…
Dass es keine Schuldzuweisungen geben kann ist auch für den Menschen eine Herausforderung, ebenso wie das Warten! Es gibt jedoch Unterschiede im Umgang damit. Einige drehen gerade wirklich etwas durch, weil sich so vieles in ihrem Leben ändert, sie nicht mehr einfach so unter Menschen können und vielleicht nicht einmal zur Arbeit… Es bleibt abzuwarten wie sich alles entwickelt…ich bin gespannt!
Du weißt ja, in der Luitopie endet es gut! ; )

Dir wünsche ich ebenso eine schöne Wartezeit!

Du bist nicht allein. Nur maximal so allein, wie du seit Geburt bist und so alleine wie du stirbst. Aber davor gibt es noch viel zu lernen und zu erleben, ob drin oder draussen, alleine oder gemeinsam. Es ist kein Weltuntergang. Eher eine Renaissance des Bewusstseins von vielen deren Realität aus Sicherheit und Vermeidung von Problemen bestand. Es wird alles gut werden! :)

Hallo Anonymous,
ich danke dir für deine positiven Worte. Ich sehe das so wie du…es gibt noch so viel zu lernen! Und ich hoffe das sehen auch die so, deren „Realität (bis jetzt) aus Sicherheit und Vermeidung von Problemen bestand“. Diese Formulierung trifft es wirklich sehr gut.

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