1. Was verstehen Sie unter Arbeiten? Was ist für Sie „Arbeit“? Was nicht?
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In meinem letzten Artikel bin ich bereits auf die allgemeine Definition von Sucht eingegangen. Nun möchte ich mich ein wenig über das Thema „Arbeitssucht“ auslassen, da ich glaube, davon betroffen zu sein…
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Vor langer Zeit habe ich hier mal einen Artikel über „Sucht“ geschrieben; er war sogar der Grund, warum ich überhaupt angefangen habe zu bloggen und mein erster Post auf diesem Blog. Das Thema beschäftigte mich und ich wollte der Welt irgendetwas damit mitteilen. Das ist nun weit über fünf Jahre her und ich bin um einiges schlauer als damals. (Na zum Glück!)
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Ich lag gerade so im Bett mit Kafka, da kam mit der Gedanke, dass ich auch mal wieder etwas schreiben könnte. Nichts Besonderes, nur eine Art Tagebucheintrag mit der Zusammenfassung meines ersten Monats in 2015. Daraus wurde jedoch mal wieder eine Analyse meiner Geldproblematik…
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Ich liege wach, drehe mich und wende mich und meine Gedanken finden keine Ruhe. Sie kreisen um den Job/ die Ausbildung und das, was danach kommt. Ich will gar nicht mehr, dass was kommt. Die Welt da draußen macht mir Angst. Große Angst. Und alles ist so kompliziert geworden…ich verspüre den Wunsch, einfach wegzulaufen, nur um zu dann wahrscheinlich mal wieder zu merken, dass die Probleme in meinem Kopf bleiben und mir wie ein Killerbienenschwarm überall hin folgen. Aber woraus bestehen sie?
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Es musste ja der Tag kommen, an dem die Illusion dem weicht, was man „Realität“ nennt. Und dabei nützt es rein gar nichts, sich auch weiterhin an sein Selbst mit seiner kleinen schönen Welt zu klammern, denn das Spiel ist aus, die Party gelaufen und mit einem Mal erklingt nur noch der Tinitus in der Stille. Uns sonst? Sonst ist da nichts. Nur die Erkenntnis, dass man sich noch mittendrin befindet, obwohl da nichts mehr ist.
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Ja…ich hätte es auch vergessen, wenn ich keine Mail von Overblog erhalten hätte. Es ist aber auch wirklich verdammt lange her, dass ich etwas zu Papier gebracht, geschweige denn daran überhaupt gedacht habe! Zwar habe ich hier und da mal eine Kleinigkeit, eine kleine Erinnerung für spätere „große Textprojekte“ verfasst, mal wieder ein angefangenes Buch mit 1000 Ideen…aber alles ohne Werkzeug oder Zeit, sich welches zu beschaffen/anzueignen.
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„[…]Jedenfalls kam Dieter ins HK. Und hat mich behandelt, als wären wir zusammen. Nennt mich Süße, küsst mich regelrecht links und rechts und philosophiert mit mir über mich und meinen Schmuck. Und dann meinte er, ich sei teuer und er würde an mich denken. Na ja… ich finde es irgendwie nett. Dieter ist älter als Jo, aber im selben Jahrgang geboren. Und er ist zu mir so drauf, seit er mal im Krankenhaus lag und ich zu ihm meinte, dass ich ihn vermissen würde, wenn er stirbt. Da war er so gerührt, dass er fast angefangen hat zu weinen…und Dieter bringt so schnell nichts aus der Bahn, also bedeutet ihm das etwas.“[…]
Und ja, ich vermisse dich! Jetzt wo ich weiß, dass du weg bist, mehr denn je. I’ll never forget you!
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In Kürze beobachtete ich an allen meinen Bekannten dieselbe Erscheinung – das Ergebnis des Umstandes, daß jeder eine Person, eine klare Figur vorzustellen genötigt wird, während doch keiner sein eigenstes Wesen kennt.
[Hermann Hesse – Peter Camenzind]
Und ich kenne das auch.
Ich kenne das Gefühl nur zu gut, „mehrere“ zu sein. Nicht geteilt in grundverschiedene Persönlichkeiten, wie es z.B. nach diversen Traumata der Fall ist. Nein, meine Persönlichkeit bleibt dieselbe. (Denke ich zumindest…) Nur etwas anderes in mir verändert sich, versucht alles zu hinterfragen und „beide Seiten zu sehen“, bis die gewaltige Masse an Möglichkeiten mein verwirrtes und zerschlissenes Selbst erdrückt und ich mich mehr denn je frage, wer ich denn nun eigentlich bin, wo meine Prinzipien liegen und warum ich sie eigentlich breche, als gäbe es keine und als wäre alles möglich und erwünscht und keineswegs seltsam.
Und immerzu hallt in der einsamen und doch von Charakterzügen überfüllten Stille dieselbe Antwort wider:
alles und nichts!
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